Die Notendrucke des 16. und 17. Jahrhunderts mit mehrstimmiger Musik in der BSB: Digitalisierung und Online-Bereitstellung

Im November 2011 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft der Bayerischen Staatsbibliothek Fördermittel für den ersten Abschnitt eines auf 4 Jahre angelegten Digitalisierungsprojektes der Abteilung Musik und des Referates Digitale Bibliothek / Münchener Digitalisierungszentrum.

Gegenstand des Projektes
Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt mit ca. 1.800 Notendrucken des 16. und 17. Jahrhunderts, die mehrstimmige vokale oder instrumentale Musik enthalten, einen der weltweit reichsten und meistgenutzten Bestände aus der Frühzeit des Notendrucks.
Sie sind in den RISM-Bibliographien der Sammeldrucke (RISM B I,1) und Einzeldrucke (RISM A I) verzeichnet.
Die Notendrucke des 16. und 17. Jahrhunderts wurden in der Regel als „Stimmbücher“ gedruckt. Im Stimmbücher-Bestand der BSB sind überwiegend mehrere verschiedene Werke (bis zu 20 verschiedene Notendrucke) in Form eines Sammelbandes zusammengebunden. Dabei gehören die Titel in den Konvoluten jeweils der gleichen Stimme (z.B. Cantus) an. Sie sind häufig in empfindlichen historischen Einbänden überliefert, darunter viele Pergament-Einbände.
Für den ersten Projektabschnitt (Februar 2012 bis 2014) sind ca. 1.050 Notendrucke zur Digitalisierung vorgesehen. Ca. 70% davon sind Stimmendrucke.

Das Projekt gliedert sich in zwei Arbeitsvorhaben:
1. Vorhaben: Digitalisierung
Für das Digitalisierungsvorhaben ist das Zusammenwirken von Erscheinungsform (Stimmendrucke), Bindeform und hohen konservatorischen Anforderungen wegen der Fragilität der historischen Bände eine große Herausforderung. Da aus konservatorischen Gründen die Stimmen-Sammelbände komplett digitalisiert werden, liegt ein Schwerpunkt des Projektes in der physischen Vorbereitung der Bände und ihrer konservatorischen Prüfung im Institut für Buchrestaurierung der BSB, der Zusammenführung der Images der Notendrucke und der Qualitätskontrolle der Digitalisate.

2. Vorhaben: Ein spezifisches Online-Präsentationsmodul für die Stimmbücher
Parallel zur Digitalisierung wird ein innovatives Präsentationsmodul für Stimmendrucke entwickelt, das eine simultane Darstellung aller zusammengehörenden Stimmen auf einem Bildschirm ermöglicht. Vergleichbar der Anordnung in einem Chorbuch werden die Stimmen in verschiedenen Bereichen des Browserfensters erscheinen und so den vollständigen Notentext sichtbar machen.

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Themenportale für die GfM-Fachgruppen: Das neue Angebot der ViFaMusik

In diesen Wochen arbeitet das ViFaMusik-Team gemeinsam mit der IT-Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek am technischen Aufbau und der inhaltlichen Gestaltung von Themenportalen für die Fachgruppen der Gesellschaft für Musikforschung. Dieses Angebot wird den Fachgruppen ermöglichen, ihre Arbeit, ihre speziellen Ansätze, Fragestellungen und Zukunftsperspektiven eigenständig und individuell online zu präsentieren. Bereits bestehende Themenportale, an denen sich die ViFaMusik orientiert, können auf der Seite der ViFa Altertumswissenschaften eingesehen werden: http://www.propylaeum.de/altertumswissenschaften/themenportale/

Innerhalb der GfM bestehen derzeit 14 Fachgruppen und Kommissionen, die zu einzelnen Forschungsschwerpunkten von Kirchenmusik bis Genderstudien vertieft zusammenarbeiten oder spezielle Interessen vertreten (wie zum Beispiel Musikwissenschaft an Musikhochschulen oder Freie Forschungsinstitute). Sie repräsentieren die Musikforschung in ihrer ganzen Breite und Aktualität bezüglich Themen und Methoden. Eine Übersicht über die Fachgruppen, Kommissionen und Arbeitsgruppen der GfM bietet folgende Seite: http://www.musikforschung.de/index.php/fachgruppen.

Diese thematische und methodische Breite entspricht dem Stand des Fachs und macht somit Vorwürfe, die ViFaMusik sei von der Historischen Musikwissenschaft dominiert, unhaltbar, denn es steht nun noch mehr als zuvor allen Disziplinen und Strömungen offen, sich in der ViFaMusik zu engagieren und darzustellen. Die ViFaMusik hofft, dass diese Chance umfassend wahrgenommen wird.

Eine vorbereitende Umfrage bei den Fachgruppensprecher/innen hat gezeigt, dass vor allem Lehrmaterialien (in möglichst verschiedenen Formaten) als wichtig angesehen werden, aber auch Informationen über Studienprogramme und Forschungsprojekte von Interesse sind. Daher werden die Lehr- und Studienmaterialien den Kern des Angebots bilden. Die allgemein gewünschten Audio- und Videoaufnahmen ziehen Fragen des Urheberrechts nach sich. Die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben liegt bei den Redakteur/innen, die von der jeweiligen Fachgruppe bestimmt werden und mit der Bayerischen Staatsbibliothek eine Kooperationsvereinbarung abschließen. In dieser versichern sie, dass der Rechtseinräumung an dem Themenportal keine Rechte Dritter oder das Urheberrechtsgesetz entgegenstehen. Außerdem verpflichten sich die Fachgruppen zur Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.

Im Hinblick auf die Herausforderungen, die eine Verstetigung der ViFaMusik nach Projektende stellt, übernehmen die Themenportale eine zentrale Aufgabe. Indem die Fachgruppen eigenständig Material in die Themenportale einstellen, ist eine stetige Aktualisierung nachhaltig gewährleistet. Die ViFaMusik wird dann von der musikforschenden Fachgemeinschaft dauerhaft mit getragen und gestaltet.

Besonders wichtig ist auch die Vernetzung mit der Experten- und Institutsdatenbank (siehe Blogeintrag „Wissenschaftliche Kommunikation über die ViFaMusik“) sowie mit dem Veranstaltungskalender der Gesellschaft für Musikforschung, in dem Tagungen und ähnliche Termine angekündigt werden (http://www.musikforschung.de/index.php/aktuelles/tagungen-a-kongresse?layout=blog). Auch eine Verbindung mit der Dissertationsmeldestelle soll hergestellt werden. Für die Zukunft gibt es weitere Pläne zum Ausbau dieses Netzwerks: Im Falle einer Bewilligung des im Dezember 2011 gestellten Verlängerungsantrags durch die DFG wird eine Vernetzung mit dem geplanten Dokumenten- und Publikationsserver angestrebt. Diese Verbindung wäre ein wichtiger Schritt auf dem Wege der ViFaMusik in Richtung einer Virtuellen Forschungsumgebung.

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Statistiken des ViFaMusik-Blogs für das Jahr 2011

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 1.800 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 30 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Bayerisches Musiker-Lexikon Online in der ViFaMusik-Suche

Das “Bayerische Musiker-Lexikon Online” (BMLO) bietet ein digitales Personenlexikon zur Musik und ein Erschließungswerkzeug für andere Musiklexika und biographische Literatur, für archivalische, bibliothekarische, retrodigitalisierte und mediale Ressourcen, die den behandelten Personen zuzuordnen sind. Dazu gehören Komponisten und
Dirigenten, Sänger und Instrumentalisten, Musikverleger und Instrumentenbauer, Musikforscher und -pädagogen aus Geschichte und Gegenwart, deren Wirken mit der bayerischen Musikgeschichte verknüpft ist.

www.bmlo.lmu.de

Seit 2007 ist das BMLO integraler Bestandteil mehrerer virtueller Fachbibliotheken der Bayerischen Staatsbibliothek (u.a. als eine der in der ViFaMusik-Suche eingebundenen Datenquellen). Als lebende Ressource der Musikwissenschaft wird das BMLO kontinuierlich aktualisiert und erweitert. Gegenwärtig umfasst es ca. 28.000 Personen. Es wird von Josef Focht herausgegeben und von der Universität München bereitgestellt.

Das BMLO beteiligt sich aktiv an der Redaktion der Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek und an der Entwicklung der sich daraus ergebenden Schnittstellentechniken. In einer virtuellen Forschungsumgebung erschließt es derzeit in komfortabler Weise etwa hundert wissenschaftliche bzw. bibliothekarische Angebote. Das BMLO bildet den Kern eines entstehenden virtuellen Lexikon-Clusters zur Musik.

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Wissenschaftliche Kommunikation über die ViFaMusik

Die Kommunikation innerhalb der musikwissenschaftlichen und musikpädagogischen Fachcommunity zu vereinfachen, ist ein wichtiger Aufgabenbereich der ViFaMusik. Zu diesem Zweck führt die ViFaMusik eine Instituts- und Expertendatenbank, in der die Kontaktdaten aller musikwissenschaftlichen und –pädagogischen Institute und Expert/innen im deutschsprachigen Raum zur Verfügung gestellt werden. Mit Expert/innen sind die an musikwissenschaftlichen und –pädagogischen, universitären oder freien Forschungsinstituten angestellten, in Forschung und Lehre tätigen Wissenschaftler/innen gemeint. Diese Expert/innen haben die Möglichkeit, ihre Einträge selbst aktuell zu halten und ihre Forschungsschwerpunkte sowohl anhand einer vorgegebenen Orts-, Epochen- und Themensystematik anzugeben als auch in deutscher und englischer Sprache frei zu formulieren. Zum jetzigen Zeitpunkt umfasst die Datenbank über 900 Expert/innen und 200 Institute, wird aber regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

Im Zuge des Relaunch im März 2011 erhielt die Instituts- und Expertendatenbank eine neue, benutzerfreundlichere Eingabemaske sowie im November des Jahres eine Such- und Browsingoberfläche, mit der die Datenbank anhand der Systematik, die auch den Expert/innen bei der Einpflege zur Verfügung steht, durchsucht werden kann.

Expertendatenbank der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft

Auch in die ViFaMusik-Metasuche ist die Instituts- und Expertendatenbank eingebunden, sodass eine Suche nach einem thematischen Schlagwort je nach Datenbankauswahl in der „Erweiterten Suche“ nicht nur entsprechende Treffer in Bibliothekskatalogen, bibliographischen Datenbanken und Internetressourcen ergibt, sondern auch Informationen zu Wissenschaftler/innen liefert, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Von besonderer Bedeutung ist, dass jetzt auch die von den Expert/innen frei formulierten Forschungsschwerpunkte in deutscher und englischer Sprache durchsucht werden können. Dadurch wird die Suche erheblich verfeinert, und es ist möglich, eigene Interessensgebiete über die festgelegten Schlagworte hinaus individuell und auf dem neuesten Entwicklungsstand musikwissenschaftlicher und –pädagogischer Forschungsarbeit zu präsentieren. Zum Beispiel haben Expert/innen neben dem Schlagwort „Musikethnologie und Volksmusik“ unter anderem „Transcultural Music Studies“, „Historische Musikethnologie“, „Ethnomusikologie“, „Vergleichende Musikwissenschaft“, „Musikanthropologie“  oder „Postcolonial Studies“ als ihre Tätigkeitsbereiche genannt. Auch interdisziplinären und methodisch innovativen Ansätzen wird auf diese Weise Raum geboten.

Um die Instituts- und Expertendatenbank auf dem neuesten Stand zu halten, ist die ViFaMusik dankbar für die Mitarbeit der Fachcommunity. Wenn Sie bereits einen Eintrag besitzen, können Sie ihn jederzeit mit wenig Aufwand aktualisieren. Bei Problemen mit der Einpflege, im Falle von verlorenen Zugangsdaten und anderen Fragen bezüglich der Instituts- und Expertendatenbank wenden Sie sich bitte an Dr. Judith Haug:
judith.haug(at)uni-wuerzburg.de.

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2. Folge der Denkmäler deutscher Tonkunst ist online verfügbar

Die zweite Folge aus der Reihe “Denkmäler deutscher Tonkunst” wurde in der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert und online bereitgestellt. Sie ist u.a. über die Digitalen Sammlungen der ViFaMusik aufrufbar.

Im Rahmen der Reihe “Denkmäler deutscher Tonkunst” erschienen ab 1892 ausgewählte Werke verschiedener Epochen und Gattungen von Komponisten aus dem deutschen Wirkungsraum. Die strengen Editionsrichtlinien der herausgebenden “Musikgeschichtlichen Kommission” sahen größtmögliche Quellentreue sowie Wiedergabe der originalen Partituranordnung vor.

Begründet und konzipiert von Adolf Sandberger (1864-1943) erschien als zweite Folge der Denkmäler deutscher Tonkunst die eigene Reihe „Denkmäler der Tonkunst in Bayern“: Zwischen 1900 und 1930 erschienen die nun digitalisierten 30 Bände dieser Folge, worin ausschließlich Komponisten vertreten, die im Raum Bayern gelebt und gewirkt haben.

Vorwiegend sind hier Werke weltlicher wie geistlicher Instrumental- und Vokalmusik vom 16. bis 18. Jahrhundert versammelt, darunter ebenso größer besetzte Orchester- und Bühnenwerke wie Sammlungen von Konzerten, Kammer- und Orgelmusik. Von den Komponisten dieser Reihe seien hier stellvertretend Raselius, Hassler, Steffani, Kerll, Pachelbel, Gluck, Traëtta, Rösler (Rosetti) und Leopold Mozart genannt.
Die Reihe wurde ab 1962 in revidierter Form neu publiziert, doch handelt es sich bei unserem Digitalisat um die bei Breitkopf & Härtel (Bd. 1-20) bzw. Filser & Co. (Bd. 21-30) erschienene Erstausgabe aus dem Bestand der Musikabteilung der BSB.

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Der neue FachOPAC Musik der Bayerischen Staatsbibliothek

Seit Mitte des Jahres 2011 ist im Rahmen der ViFaMusik eine neue Version des FachOPACs Musik der BSB freigeschaltet, die erstmals die Fast-Technologie verwendet und eine neue Recherche- und Anzeigeoberfläche bietet.

Was ist „drin“?
Der FachOPAC Musik umfasst alle Katalogisate der Musik-Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek – insgesamt knapp eine halbe Million Datensätze – aus den Bereichen

  • Notendrucke
  • Tonträger (DVD, CD, Schallplatten und Kassetten)
  • AV-Medien und digitale Medien
  • Mikroformen
  • Literatur über Musik einschließlich der Musikzeitschriften
  • Spezialkataloge „Sammlung Her“ und „Historisches Aufführungsmaterial der Bayerischen Staatsoper“.

Gegenüber dem allgemeinen OPACplus der Bayerischen Staatsbibliothek bietet der FachOPAC nicht nur eine Spezialisierung auf den Musik-Bestand, sondern auch vertiefte Recherche- und erweiterte Anzeigemöglichkeiten.

Wie zu finden?
Auf der Homepage der ViFaMusik unter dem Punkt „Literatur“ oder eingebunden in die „Erweiterte Suche“ der ViFaMusik.

Wie zu benutzen?
Die Recherchebegriffe können in den Suchschlitz in der voreingestellten  „Einfachen Suche“  eingegeben werden. Sie erzielt dieselben Ergebnisse wie das Suchfeld „Freie Suche“ in der „Erweiterten Suche“ des FachOPACs Musik. Die zusätzlichen Recherchefelder der „Erweiterten Suche“ sind Titel, Autor / Person, Jahr, Nummern, Schlagwort, Lokaler Schlüssel, Institution, Ort / Verlag, Beschreibung und Signatur.
Sollte mehr als ein einziger Treffer erzielt werden, bietet die Anzeige zunächst eine Trefferliste an, die verschiedene Sortiermöglichkeiten zulässt. Die Medienarten (Noten, Digitale Medien, Bücher/Tonträger) sind in der Liste durch verschiedene Icons gekennzeichnet. Am linken Rand sind zusätzliche Möglichkeiten zur Sucheinschränkung aufgelistet (Thema; Jahr; Publikationsart/- form; Sprache der Publikation und Autor / Institution).
Die Detailansicht der Katalogisate enthält alle bibliographischen sowie lokale Daten (Signatur) der einzelnen Datensätze und gegebenenfalls auch die Links zum Volldigitalisat des Werkes.
Der Hinweis „So gelangen Sie zum Medium“ führt über einen Link zum OPACplus der Bayerischen Staatsbibliothek, von dem aus das Medium (oder eine Reproduktion davon) bestellt werden kann.

Was ist künftig zu erwarten?
Der FachOPAC Musik wird laufend weiterentwickelt: Momentan noch nicht implementiert ist ein Modul zur systematischen Suche im Bereich „Literatur über Musik“ nach Epoche / Raum / Sachbereich.

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