Neuzugänge der Datenbank „ Internetressourcen zur Musikwissenschaft“ über RSS-Feeds


Die im Rahmen der ViFaMusik aufgebaute Datenbank “Internet-Ressourcen zur Musikwissenschaft” erschließt wissenschaftlich relevante Internetquellen zu allen Gebieten der Musikwissenschaft. Universitätsinstitute können hier ebenso gefunden werden wie unterschiedlichste Projekte und Datenbanken. Derzeit sind insgesamt über 4000 Datensätze erfasst und davon knapp 2500 vollständig bearbeitet. 2249 Datensätze wurden bereits für die Such- und Browsing-Oberfläche der ViFaMusik eingespielt.

Die Neuzugänge werden allerdings erst dann auf ViFaMusik sichtbar, wenn die regelmäßige Einspielung der erschlossenen Daten in das Präsentationssystem erfolgt. Dies passiert zur Zeit etwa einmal pro Quartal und soll demnächst monatlich erfolgen.

Bis zur Einspielung können die neu erschlossenen Internetressourcen ab sofort aber bereits als Teildatensätze per RSS-Feeds abgerufen werden. Dafür muss der entsprechende RSS-Channel abonniert werden:
http://lss2.sub.uni-hamburg.de/feeds/vifamusik.xml
. Die Nachrichten können im RSS-Feedreader eingelesen werden. Tagesaktuell werden dann dort die neu bearbeiteten Teildatensätze angezeigt. Der jeweilige Feed beinhaltet die wichtigsten Informationen zur Ressource: Link zur erschlossenen Website, einen Abstract mit Kurzbeschreibung der Ressource, den Ressourcentyp, Angaben zur Fachsystematik und die zugewiesenen Schlagwörter.

Der neue Informationskanal für die Internetressourcen in Form von Feeds ermöglicht die Einsicht in die nahezu täglich anwachsende Datenbank.

RSS_feed

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Historische Musikalien der Semperoper online


Seit Mitte 2012 läuft an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) das Projekt „Dresdner Opernarchiv digital“. Ziel des von der DFG geförderten Zweijahresprojekts ist es, den historischen Notenbestand der früheren Hof‑ und heutigen Sächsischen Staatsoper auf Basis der vorliegenden RISM-Katalogisate digitalisiert und strukturiert im Internet zu präsentieren und so einen für die weltweite Musik- und Theaterforschung wichtigen Quellenfundus unkompliziert zugänglich zu machen.

Die rund 1.220 Hand­schriften zu etwa 650 Opern (Partituren, Stimmensätze, Chor- und Soufflierauszüge) sowie 260 Textbücher sind ein Spiegel von mindestens 135 Jahren Gattungs­ge­schichte und mehr als 200 Jahren Auffüh­rungspraxis. Manche Noten sind bis weit in das 20. Jahrhundert für Opernvor­stellun­gen ge­nutzt worden, einzelne Stimmen sogar bis 1978. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ent­stand das Material  zwischen der 1764 zu Ende gegangenen Ära Johann Adolf Hasse und Ernst von Schuchs 1901 beginnender Serie von Richard-Strauss-Uraufführungen.

78 der Projektmusikalien befinden sich bis heute im Notenarchiv der Sächsischen Staatsoper, der größte Teil ist jedoch in der SLUB archiviert, darunter Uraufführungsstimmen zu Wagners „Fliegendem Holländer“ (
http://digital.slub-dresden.de/id370582020
). Die erste Hornstimme bietet außer dem markanten Eröffnungsthema folgende Besonderheit:

Bild

Auf dem Scan deutlich zu erkennen ist eine Notiz von Solohornist Max Zimolong, „auf Elektrola, am 28.11.1939″. Sie verweist auf eine Einspielung der Sächsischen Staatskapelle unter Karl Böhm, die zu den historischen Tonträgern der Mediathek der SLUB zählt und gleichzeitig Teil von deren digitalem Angebot ist:
http://mediathek.slub-dresden.de/ton70901504.html
.

Die Digitalisate des Opernarchivprojekts werden in die Digitalen Sammlungen der SLUB eingestellt und können dort unmittelbar genutzt oder als PDF kostenlos auf den eigenen Rechner übertragen werden:
http://digital.slub-dresden.de/kollektionen
–> Weitere Kollektionen einblenden –> Dresdner Opernarchiv digital. Inzwischen sind 481 Bände online (Stand 27.05.2013).

Die zugehörigen detaillierten Katalogisate sind im RISM-OPAC leicht auffindbar (
http://opac.rism.info
–> Opernarchiv) bzw. jeweils direkt aus den Digitalen Sammlungen verlinkt. Bis zum Projektende werden die Titelaufnahmen noch mit den Incipits zu den einzelnen Werken angereichert.

Dr. Katrin Bemmann
DFG-Projekt “Dresdner Opernarchiv digital”
Sächsische Landesbibliothek -
Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

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Jahrestagung der deutschen Musikbibliotheken (AIBM) vom 10.-13.9.2013 in Berlin


Im 60. Jahr ihres Bestehens wird die deutsche Ländergruppe der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Dokumentationszentren (AIBM) mit ihrer Jahrestagung vom 10. bis zum 13. September in Berlin zu Gast sein. Sie ist mit über 220 institutionellen und persönlichen Mitgliedern die zweitgrößte Ländergruppe weltweit, die sich unter anderem für die Erfassung und Erschließung von Musiksammlungen aller Art und den Schutz und die Erhaltung musikalischer Dokumente aus allen Epochen der Musikgeschichte einsetzt.

Die Plenumsveranstaltungen der diesjährigen AIBM-Tagung, zu der rund 150 Teilnehmer erwartet werden, finden in den Räumen der Universität der Künste in Berlin statt. Zu einzelnen Sitzungen und Führungen laden die weiteren an der Tagungsausrichtung beteiligten Institutionen ein (Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Zentral- und Landesbibliothek Berlin und Rundfunk Berlin-Brandenburg). Zur Einstimmung gibt es am ersten Tag Vorträge zu Geschichte und Entwicklungen der „Musikstadt“ Berlin und ihren Einrichtungen. Der Erfahrungsaustausch aus Einrichtungen mit ähnlichen Arbeitsschwerpunkten steht anschließend bei den vier verschiedenen Arbeitsgruppensitzungen im Vordergrund. Die Kommissionen für audio-visuelle Medien und Aus- und Fortbildung setzen Schwerpunkte bei der Filmmusik und beim Fundraising.

International wird die Tagung dieses Jahr durch Vorträge aus Rotterdam und Göteborg bereichert. Die AIBM greift außerdem aktuelle bibliothekarische Themen wie die Erschließung nach RDA und rechtliche Fragestellungen bei der Digitalisierung und Bereitstellung von Beständen in Musiksammlungen auf. Besonders gefragt sind wie jedes Jahr die Schulungsveranstaltungen zu praktischen musikbibliothekarischen Themen, z.B. der Datierung von Notendrucken, die nur im Rahmen dieser Tagung durch die Spezialistinnen der AIBM angeboten werden.

Das vollständige Tagungsprogramm sowie den Link zur Online-Anmeldung finden Sie auf den AIBM-Webseiten unter
http://www.aibm.info/tagungen/2013-berlin
.

Anmeldeschluss ist der 10. Juli 2013.

Kontakt:
Dr. Silvia Uhlemann, Sekretärin AIBM Deutschland
c/o Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Magdalenenstr. 8
64289 Darmstadt
E-Mail: sekretaerin@aibm.info

Ansprechpartnerin am Tagungsort:
Andrea Zeyns
Universität der Künste Berlin
Universitätsbibliothek
Fasanenstraße 88
10623 Berlin

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Das Handwörterbuch der musikalischen Terminologie ist online


Die Online-Bereitstellung des Handwörterbuchs der musikalischen Terminologie (HmT) wurde im August 2012 in diesem Blog angekündigt. Nun ist es endlich soweit: die Beta-Version des innovativ aufbereiteten HmT steht ab sofort auf der ViFaMusik-Homepage im Volltext durchsuchbar zur Verfügung. Eine Suche auf
http://www.vifamusik.de
schließt somit neu das HmT automatisch mit ein. Eine überarbeitete Version mit Browse-Funktion zwischen den Artikeln wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 online geschaltet.

Sämtliche Artikel der sechs im Steiner-Verlag Stuttgart erschienenen Bände sind seit kurzem kostenfrei im Volltext verfügbar und durchsuchbar. Der Text wurde komplett OCR-gescannt und mit einer intelligenten Software und moderner IT-Technik aufbereitet. Diese ermöglicht es dem Benutzer nicht nur, die gesuchten Termini gleichzeitig in allen Artikeln des HmT zu finden und innerhalb der Artikel bequem hin und her zu blättern, sondern sie erkennt in den Artikeln auch häufig erwähnte Orte, Personen und sogar Substantive, nach denen der User die Suche zusätzlich filtern kann. Die gefundenen Suchbegriffe werden farblich hervorgehoben. Jede einzelne Seite des HmT besitzt einen persistenten Link und ist somit wissenschaftlich zitierfähig.

Der folgende Screenshot zeigt die erste Seite des Artikels „Durchführen, Durchführung“ von Siegfried Schmalzriedt aus dem Jahr 1979. In diesem Artikel findet sich der gesuchte Begriff „Fuge“ (jeweils violett hervorgehoben) an verschiedenen Stellen im Text.

HmT_Screenshot

Doch ist nicht nur das Auffinden und Filtern im Volltext möglich. In der Vollansicht werden zudem sämtliche im Text erkannte selbständige, musiktheoretische Publikationen vor 1900 in der linken Spalte angezeigt. Wenn diese online als Digitalisate frei verfügbar sind, wird der User mittels stabilem Link zu diesen Digitalisaten weiter geleitet.

Das Handwörterbuch der musikalischen Terminologie wurde 1972 im Auftrag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz von Hans Heinrich Eggebrecht begründet und von Albrecht Riethmüller fortgeführt. Unter der Schriftleitung von Markus Bandur erschienen insgesamt sechs Bände im Steiner-Verlag Stuttgart. Dieses Nachschlagewerk, das von zentraler Bedeutung für die Musikwissenschaft ist, widmet sich der Herkunft und Bedeutung musikalischer Fachtermini und ihrer historischen Prägung. Bisher war das HmT als lose Blattsammlung veröffentlicht worden und damit nur in Lesesälen von Bibliotheken nutzbar.

Hier geht es direkt zur Suche im HmT:


https://www.vifamusik.de/metaopac/start.do?View=mus&db=158

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Die „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ des Répertoire International d’Iconographie Musicale in Deutschland


Seit 1979 katalogisiert die Münchner Arbeitsstelle des Répertoire International d’Iconographie Musicale (RIdIM) Darstellungen zu Musik und Tanz auf Kunstwerken (Gemälde, Fotografie, Graphik, Skulptur) und kunsthandwerklichen Objekten aller Epochen im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Hierzu gehören antike Terrakotten, mittelalterlicher Buchschmuck, Gemälde von Jan Vermeer oder Ernst Ludwig Kirchner und Zeichnungen von Johann Jakob von Sandrart, aber auch Spielkarten, Porzellanobjekte und Möbel.

Balken_RIdIM_DBDie Münchner Arbeitsstelle gehört als deutsche Ländergruppe zum Verbund der 1971 von Vertretern des International Council of Museums (ICOM), der International Musicological Society (IMS) und der Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux (AIBM) gegründeten Association Répertoire International d’Iconographie Musicale, und sie steht, wie der Dachverband, unter dem Patronat der Gründer. Die Münchner Arbeitsstelle ist an die RISM-Arbeitsstelle in München angeschlossen und wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gefördert.

In den Anfangsjahren katalogisierte die Münchner RIdIM-Arbeitsstelle auf Karteikarten, bevor 1989 die Umstellung auf die computergestützte Erfassung erfolgte. Seit Dezember 2007 steht die Datenbank – zunächst im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (ViFa Musik) an der Bayerischen Staatsbibliothek –  der Öffentlichkeit online zur Verfügung. Das umfangreiche Datenmaterial der „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ umfasst mittlerweile Beschreibungen zu ca. 14.000 Objekten und ca. 3.100 Bilder und ist unter der Internetadresse www.ridim-deutschland.de abrufbar; hier finden sich auch nähere Informationen zum Projekt „RIdIM“. Weitere ca. 6.000 Datensätze liegen noch auf Karteikarten vor und werden laufend in den digitalen Datenbestand eingearbeitet.

Die „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ bietet zwei Möglichkeiten zur Abfrage an:

1) eine einzeilige Basissuche mit der Eingabe freier Begriffe mit einer „oder“-Verknüpfung: Bei der Eingabe von „Laute“ und „Vermeer, Jan“ werden alle Datensätze angezeigt, die entweder „Laute“ oder „Vermeer, Jan“ oder auch beides enthalten;

2) die erweiterte Suche nach bestimmten Parametern wie
-RIdIM-Sigel (Kürzel aus Ort, Institution und laufender Nummer),
-Grundangaben zu den Kunstwerken: Künstler/Autor, (Objekt-)Titel, Werkstatt, Entstehungsort/-land, Datierung (mit Zeitraumsuche), weiterhin Angaben zu Kunstgattung, Art, Technik und Material,
-Musikinstrumente,
-Ikonographie: Bildthemen (Auswahlliste), Portraitnamen/Personen, lokaler Bezug (dargestellte Orte), (musikalische) Komposition, (historisches) Ereignis,
-Institutionen ( Sammlungen, die das jeweilige Objekt besitzen bzw. verwalten),
-Inventarnummer,
-Literatur.
Alphabetisch sortierte Auswahllisten erleichtern die Recherche von Künstlern, Kunstgattung, Musikinstrumenten, Bildthemen (Ikonographie) und Institutionen. Jeweils drei Wiederholungsfelder für Musikinstrumente und Bildthemen unterstützen die gezielte Suche nach bestimmten instrumentalen Besetzungen und nach ikonographischen Zusammenstellungen. Die Suchbegriffe werden hier verknüpft mit „und“: Bei der Eingabe von zum Beispiel „Beham, Hans Sebald“ im Feld „Künstler“, „Laute“ und „Querflöte“ in den Feldern „Musikinstrument“ und „Liebespaar“ im Feld „Bildthemen“ erscheinen nur Datensätze, die alle angegebenen Begriffe beinhalten.

Das Ergebnis einer Suchanfrage wird in einer Kurztrefferliste ausgegeben, von der aus ein Mausklick die Einzeltrefferanzeige und damit das vollständige Datenblatt öffnet. Hier besteht auch die Möglichkeit, zu den hinterlegten Normdatensätzen mit Informationen zu Künstler und Literatur zu springen.

Die Arbeit von RIdIM versteht sich als ein „work in progress“. So befinden sich derzeit die hierarchische Verknüpfung mehrteiliger Datensätze und die Anbindung der Normtabellen für Ikonographie, Institution und Musikinstrumente in Vorbereitung. Durch die regelmäßige Einspielung neuer Katalogdaten und weiteren Bildmaterials wird der online recherchierbare Bestand kontinuierlich erweitert. Die Rubrik „Aktuelles“ auf der Website von RIdIM Deutschland informiert über die Neuerungen an Datenbank und im Datenbestand.

Dr. Dagmar Schnell (RIdIM / Arbeitsstelle München)

RIdIM_Logo

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Start der 3. ViFaMusik-Förderphase


Anfang Januar 2013 fiel der Startschuss für eine weitere einjährige ViFaMusik-Förderphase, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt wurde. Die Projektpartner Gesellschaft für Musikforschung, Staatliches Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz und Bayerische Staatsbibliothek ziehen wie gehabt an einem Strang beim Ausbau dieser Virtuellen Fachbibliothek. Die einzelnen Arbeitspakete sind sehr ehrgeizig und versprechen qualitativ hochwertige Ergänzungen auf den Seiten der ViFaMusik.

Nicht allein extern gesammelte Angebote, sondern auch bisher nicht online zugängliche Inhalte werden in der ViFaMusik künftig über einen Dokumentenserver zur Verfügung stehen. Im ersten Schritt sollen die Beiträge des ViFaMusik-Symposiums während der Tagung der Gesellschaft für Musikforschung im September 2012 als born-digital Dokumente über die ViFaMusik publiziert werden. Anschließend ist die Publikation von älteren, bisher unveröffentlichten Dissertationen und Habilitationen aus der Musikwissenschaft geplant, die sich hauptsächlich in musikwissenschaftlichen und musikpädagogischen Instituten befinden.
 
Ein wichtiger Aspekt des Ausbaus der ViFaMusik ist die Internationalisierung. Diese treibt die ViFaMusik bereits seit einiger Zeit anhand ihrer Suchfunktion voran, die um das Internationale Quellenlexikon der Musik (RISM) und die Notendrucke der British Library erweitert wurde. Neben wichtigen nationalen Datenquellen wie der Bibliographie des Musikschrifttums Online und den Notendrucken und Tonträgern des Deutschen Musikarchivs ist in der aktuellen Projektphase auch die Einbindung von weiteren internationalen Datenquellen in die ViFaMusik-Suche geplant (Petrucci-Library und Musikkatalog der Österreichischen Nationalbibliothek). Dadurch soll die ViFaMusik-Suche in Richtung eines europäischen Musikkatalogs ausgebaut werden.

Im Juni 2010 wurde der von der Bayerischen Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit der RISM-Zentralredaktion und der Staatsbibliothek zu Berlin entwickelte RISM-OPAC freigeschaltet, bei dem kostenfrei in den Katalogisaten zu Musikhandschriften (RISM-Serie A/II) gesucht werden kann. Im Rahmen der aktuellen ViFaMusik-Förderphase wird der RISM-OPAC weiterentwickelt; dabei werden u.a. die Such- und Anzeigemöglichkeiten verbessert, spezifische Sichten auf die RISM-Daten ermöglicht (z.B. pro Institution oder pro Sammlung) und die RISM-Daten als linked open data bereitgestellt.

Des Weiteren wird die ViFaMusik mit Audioquellen und thematisch verbundenen Medien wie Katalogen, Datenbanken und Internetressourcen bereichert. Diese sollen innerhalb der Rubrik „Digitale Sammlungen“ eingebaut werden. Die stetig stärker werdende Nachfrage von Nutzern nach diesen Quellen hat den Anlass für dieses neue Segment gegeben.

Die von 1900 bis 1938 erschienene Phonographische Zeitschrift ist in Deutschland in nur zwei annähernd vollständigen Exemplaren erhalten, im Deutschen Museum in München und in der Staatsbibliothek zu Berlin. Diese historisch wertvolle Zeitschrift wird im Rahmen des ViFaMusik-Projektes digitalisiert, erschlossen und (soweit die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen) bereitgestellt werden.

Die ViFaMusik spielt auch in Zusammenhang mit dem an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelten Sondersammelgebiet Musikwissenschaft eine wichtige Rolle. Im Laufe des Jahres 2013 werden die Weichen gestellt, wie dieses Sondersammelgebiet in Richtung Fachinformationsdienste umgestaltet werden wird, wobei bei den digitalen Fachinformationsdiensten auf dem bisherigen ViFaMusik-Angebot aufgebaut werden kann.

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Die Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek Online


Eine weltweit bedeutende Sammlung von 165 vorwiegend großen Prachthandschriften, die Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek mit mehrstimmiger Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert, werden seit Dezember 2012 in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt über drei Jahre online katalogisiert, digitalisiert und im Internet bereitgestellt.

Chorbuch_2Abbildung 1: Josquin Des Prez Missa de beata virgine (Signatur Mus.ms. C)
Die Bayerische Staatsbibliothek als Nachfolgerin der Hofbibliothek der Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern sammelt Musik schon seit Herzog Albrecht V. (Regierungszeit 1550 – 1579) aufgrund seines besonderen Interesses an dieser Kunst. München wurde unter der Herrschaft Albrechts mit der Berufung von Orlando di Lasso als Hofmusiker zu einem der bedeutendsten Musikzentren Europas. Davon zeugt neben dem berühmten Bestand an Notendrucken aus dem 16. und 17. Jahrhundert auch die in außergewöhnlichem Maße kultivierte Chorbuch-Tradition. Der Terminus „Chorbuch“ bezeichnet eine Quelle mit Vokalmusik, die mehrere Stimmen auf einer bzw. zwei gegenüber liegenden Seiten darstellt. Diese Notationsweise entstand im Zuge der Entwicklung der Mehrstimmigkeit in der Vokalmusik und lange vor der Etablierung der bis heute gängigen Anordnung mehrstimmiger Musik in Partituren. Die frühesten Handschriften in chorbuchartiger Notierung sind aus der Zeit um 1400, die zentralen Chorbücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert, letzte Beispiele entstanden noch bis ins 18. Jahrhundert hinein.
Nach Einschätzung des Instituts für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR) stellt die Digitalisierung der Quellen den effektivsten zur Zeit realisierbaren Beitrag zum Bestandsschutz dar. In einigen Fällen führt jedes Blättern der Seiten zum Textverlust durch Ausbrüche im Papier. Vom Gesamtbestand sind 11 Kodizes aufgrund ihres fragilen Zustands gänzlich für die Benutzung gesperrt, 26 sind nur unter Begleitung durch einen Restaurator benutzbar. Einige der wertvollsten Quellen sind zusätzlich zum fortlaufenden Prozess der Tintenkorrosion durch die sehr oft angefragte Benutzung angegriffen, da auf die Einsicht der Originale bei Einzelfragen in der Regel nicht verzichtet werden konnte.
Die bereits vorliegenden konventionellen Katalogdaten werden in die Datenbank Kallisto aufgenommen und damit in die von der Bayerischen Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Quellenlexikon Repertoire International des Sources Musicales (RISM) und der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz neu entwickelte Datenbank RISM-OPAC überführt. Die Daten werden in Kallisto vielschichtig aufbereitet und vernetzt, wobei für die Forschung die zahlreichen neuen Suchmöglichkeiten substantiell sind.
Die Bayerische Staatsbibliothek wird durch dieses und ein weiteres großes, durch die DFG gefördertes Projekt zur Digitalisierung der Musikdrucke aus derselben Epoche in Kürze ihren gesamten Kernbestand an historischen Musikquellen online bereitstellen können. Bereits heute sind in der Digitalen Bibliothek (
http://daten.digitale-sammlungen.de
)  58 Chorbücher und rund 400 Musikdrucke aus den beiden Projekten aufzufinden.

Veronika Giglberger und Bernhard Lutz

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