Bayerische Staatsbibliothek startet Wunschbuch-Service für das Fach Musikwissenschaft


Die Bayerische Staatsbibliothek hat Anfang Juli 2017 ein Web-Formular freigeschaltet, über das Benutzer der BSB Anschaffungsvorschläge für den Sammelschwerpunkt Musikwissenschaft mitteilen können. Über dieses Formular können Wünsche und Hinweise zu Bestandslücken, wissenschaftsrelevanten Webinhalten und Forschungstrends übermittelt werden. Die BSB prüft anschließend, ob sie die Vorschläge in ihr Angebot aufnehmen kann. Das Web-Formular ist hier zu finden:
https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/musik/fachinformationsdienst/wunschbuch/

Das Wunschbuch-Formular ist ein weiteres Angebot der BSB, um auf konkrete Wünsche der Fach-Community einzugehen und wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ aufgebaut.

Jürgen Diet, stellv. Leiter der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und Projektkoordinator des „FID Musikwissenschaft“

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Stellenausschreibung des Staatlichen Instituts für Musikforschung – PK (E13, 50%, unbefristet)


Am Staatlichen Institut für Musikforschung – Preußischer Kulturbesitz ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin / Mitarbeiters, Entgeltgruppe 13 TVöD, mit 50 % Arbeitszeitanteil unbefristet zu besetzen.

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Das Staatliche Institut für Musikforschung ist eine musikwissenschaftliche Sammlungs- und Forschungseinrichtung, die historische und systematische Aspekte von Musik untersucht. Im Referat Musikwissenschaftliche Dokumentation werden Quellen und Sekundärliteratur bibliographisch und dokumentarisch erschlossen.

Aufgabengebiet:

  • Systematisierung und Schlagwortvergabe für Titelaufnahmen der „Bibliographie des Musikschrifttums“ (BMS)
  • wissenschaftliche Pflege und Weiterentwicklung der inhaltlichen Erschließung der BMS nach musik- und informationswissenschaftlichen Kriterien in Zusammenarbeit mit den Normdatenredaktionen und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (GBV)
  • konzeptionelle und redaktionelle Mitarbeit an den wissenschaftlichen Nachweisdatenbanken des Staatlichen Instituts für Musikforschung
  • Pflege der laufenden Korrespondenz mit den Autorinnen und Autoren der BMS
  • Planung, Organisation und Durchführung von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit für die NutzerInnen der BMS durch Erstellung von Schulungsmaterial in Text- und Videoformaten

 

Anforderungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Magister oder vergleichbare Qualifikation) im Fach Musikwissenschaft
  • abgeschlossene Ausbildung für den höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienst oder abgeschlossene Zusatzausbildung in einem bibliotheks-, informations- oder dokumentationswissenschaftlichen Studiengang
  • sehr gute, nachgewiesene IT-Kenntnisse (Büroanwendungen, Anwendungen im Bereich Information und Dokumentation)
  • Erfahrungen in der IT-gestützten Informationsbeschaffung
  • sehr gute Englisch-Kenntnisse
  • Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache
  • sehr gute Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift
  • Fähigkeit zum konzeptionellen Arbeiten

 

Erwünscht:

  • einschlägige Berufserfahrung

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz begrüßt Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten. Als interdisziplinäre Kultur- und Forschungseinrichtung bietet die SPK familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gewährleistet die Gleichstellung von Frauen und Männern. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen werden unter Angabe der Kennziffer
SIM-1-2017 bis zum 30.08.2017 erbeten an:

Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Personalabteilung, Sachgebiet I2f, Von-der-Heydt-Str. 16-18, 10785 Berlin

Von Bewerbungen in elektronischer Form bitten wir abzusehen. Bewerbungen können grundsätzlich nur zurückgesandt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beiliegt.

Ansprechpartnerin für Fragen zum Aufgabengebiet: Herr Schmidt (Tel.: 030 – 25481-140)

Ansprechpartnerin für Fragen zum Bewerbungsverfahren: Frau Hommen (Tel.: 030 – 266 41 1760)

AP-Nr.: 1480

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Stilgeschichte als Problem. Über die prinzpielle Unmöglichkeit einer digitalen historischen Musikwissenschaft


Am 18./19. November 2016 fand an der Universität Tübingen die International Winterschool „Digital Musicology – Digitalisierung in der Musikwissenschaft“ statt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Morent und Prof. Dr. Thomas Schipperges in Verbindung mit Prof. Dr. Rainer Bayreuther, Präsident der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V., und Dr. Matthias Lang, eScience-Center Universität Tübingen. Die Winterschool wurde durch die DFG im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen gefördert (Zukunftskonzept ZUK 63). Vor kurzem ist der Tagungsband erschienen. Dort ist u.a. eine Ausarbeitung des Vortrags von Dr. Reiner Nägele enthalten mit dem Titel „Stilgeschichte als Problem. Über die prinzipielle Unmöglichkeit einer digitalen historischen Musikwissenschaft“, siehe

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-766737

Inhaltszusammenfassung dieses Beitrages:

Im Rahmen des seit 2014 von der DFG geförderten Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ an der Bayerischen Staatsbibliothek ist zu beobachten, dass die beratenden Vertreter der systematischen und musikethnologischen Disziplinen von Anbeginn an ein großes Interesse zeigten, dieses aktiv mitzugestalten. Die Musikhistoriker dagegen tun sich bis heute schwer, die DH-spezifischen Förderrichtlinien innovativ fruchtbar zu machen. Die offensichtliche Scheu vor einer konsequent umgesetzten DH-Strategie verweist auf ein grundsätzliches Problem unserer kompositionsgeschichtlich orientierten Disziplin. Eine Abkehr vom Postulat „Kunsterfahrung ist Wahrheitserfahrung“, also ein Bruch mit der hermeneutischen Ontologie, würde nämlich bedeuten, die Historische Musikwissenschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern.

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Informationen zum FID Musikwissenschaft auf Webis-Seite


Die an der SUB Hamburg gehostete Webis-Seite enthält Informationen über die Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken. Dort werden die verschiedenen Fachinformationsdienste für die Wissenschaft beschrieben sowie deren Vorgänger, die Sondersammelgebiete.

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Seit heute sind auf der Webis-Seite auch Informationen zum Fachinformationsdienst Musikwissenschaft aufgeführt, der seit 2014 mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Bayerischen Staatsbibliothek aufgebaut wird. Zu Beginn der 2. Projektphase Anfang 2017 ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden als Projektpartner zum FID Musikwissenschaft dazugestoßen.

Jürgen Diet, Projektkoordinator des FID Musikwissenschaft an der Bayerischen Staatsbibliothek

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Ein Netzwerk im Geiste Santinis – Jahrestagung der deutschen Musikbibliotheken und Musikarchive im September 2017 in Münster


Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster lädt vom 4. bis zum 8. September zur Jahrestagung der AIBM, der deutschen Gruppe der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Dokumentationszentren ein. Nobler Tagungsort für die rund 150 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist das Schloss Münster, erbaut in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, einst Residenz der Fürstbischöfe und heute Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Das reichhaltige Tagungsprogramm schlägt den Bogen von Themen mit Münster-Bezug zu solchen von breiter bibliothekarischer Relevanz. Wer bisher noch nicht wusste, wer Fortunato Santini war, wird spätestens nach dieser Tagung im Bilde sein. Der römische Abbate, Komponist und leidenschaftliche Musikarchivar, der zu seiner Zeit die größte private Musikaliensammlung der Welt besaß und diese 1855 ausgerechnet an das Bistum Münster verkaufte, steht im Mittelpunkt gleich mehrerer Veranstaltungen: Neben Vortrag, Ausstellung, Führung durch die Santini-Sammlung und Santini-Konzert wird anlässlich der Tagung auch der spannende und informative Film „Santini‘s Netzwerk“ von Georg Brintrup im Kino gezeigt.

Bibliothekarische Schwerpunkte des Programms sind Wege zur Vermittlung von Informationskompetenz, der neue Fachinformationsdienst Musikwissenschaft sowie Entwicklungen auf dem Sektor digitaler Notenausgaben. Vorgestellt wird außerdem ein neues Konzept für MusicSpaces an wissenschaftlichen Bibliotheken analog zu Makerspaces als Orte des kreativen Lernens und Arbeitens. Wie schon auf dem Bibliothekartag 2017 in Frankfurt und auf der internationalen Tagung in Riga wird auch in Münster der Diskussion um die Zukunft der Musikbibliotheken, um ihre Herausforderungen und Perspektiven im digitalen Zeitalter breiter Raum gewährt. Ein Dauerthema, das sicher nicht zum letzten Mal auf der Agenda steht, sind die musikspezifischen Regeln des neuen Erschließungsstandards zur Katalogisierung RDA und die damit verbundenen Fragen und Probleme. Zu Beginn der Tagung wird wieder eine RDA-Schulung Musik angeboten. Ein weiterer Workshop zeigt Möglichkeiten auf, kleine Video-Tutorials für den Bibliotheksbereich selbst zu produzieren.

Attraktive Führungen ergänzen wie immer das Tagungsprogramm. Ein Highlight für Krimifans ist hier sicher die Tour durch Münster auf den Spuren von Thiel, Börne, Wilsberg & Co.

Das ausführliche Tagungsprogramm ist auf der folgenden Webseite zu finden:
http://www.aibm.info/tagungen/2017-muenster/

Zur Vermittlung von Interviewwünschen und Gesprächen wenden Sie sich bitte an die Sekretärin von AIBM Deutschland, Frau Dr. Katharina Talkner:
email: sekretaerin@aibm.info

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Start der Fortsetzungsphase beim Fachinformationsdienst Musikwissenschaft – BSB München und SLUB Dresden erstellen Dienstleistungsangebote für die musikwissenschaftliche Forschung


Im Januar 2017 startete die 2. Phase des Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ (FID Musikwissenschaft).  In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit ca. 1,5 Mio. € geförderten dreijährigen Projekt stellen die Bayerische Staatsbibliothek in München und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Informationsserviceangebote für die musikwissenschaftliche Spitzenforschung deutschlandweit bereit.

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Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 2013 aufgelegte Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ ist eine Weiterentwicklung des DFG-geförderten Systems der Sondersammelgebiete, die mit dem neuen Förderprogramm abgelöst wurden. Von 1949 bis 2013 war die Bayerische Staatsbibliothek für das Sondersammelgebiet Musikwissenschaft zuständig und erhielt von der DFG finanzielle Unterstützung bei der Erwerbung von Notendrucken und von Literatur über Musik. Seit dem Jahr 2005 wurde die SSG-Förderung ergänzt um die Förderung zum Aufbau der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (www.vifamusik.de), einem zentralen Informationsportal für die Musikwissenschaft mit weitreichendem Zugang zu qualitätsgeprüften Fachinformationen.

In der ersten Förderphase des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft von 2014 bis 2016 hat die Bayerische Staatsbibliothek mit den von der DFG bewilligten Mitteln den Bestandsaufbau für das Fach Musikwissenschaft bei konventionellen Medien und bei elektronischen Medien verstärkt und die Module der ViFaMusik weiter entwickelt. Von Anfang 2017 bis Ende 2019 werden in der zweiten Förderphase des FID Musikwissenschaft die Bayerische Staatsbibliothek und die SLUB Dresden nun gemeinsam die schon vorhandenen Angebote des FID Musikwissenschaft weiter ausbauen und neue Services hinzufügen. Im Einzelnen sind folgende Arbeitspakete geplant:

  • Die DFG stellt weitere Erwerbungsmittel zur Verfügung, so dass an der BSB verstärkt Notendrucke, Musikliteratur und Musikzeitschriften für den musikwissenschaftlichen Spitzenbedarf erworben werden können.
  • Die Lizenzierung von E-Medien wird fortgesetzt und weiter ausgebaut. Bisher wurden von der BSB FID-Lizenzen für sechs Datenbanken bzw. digitale Kollektionen für die musikwissenschaftliche Fach-Community in Deutschland bereitgestellt, siehe http://musik.fid-lizenzen.de.
  • Die SLUB Dresden wird das Angebot an open access bereitgestellter Literatur erweitern und hierfür ein musikwissenschaftliches Fach-Repositorium aufbauen.
  • An der BSB ist die deutsche Arbeitsstelle des Répertoire International d’Iconographie Musicale (RIdIM) angesiedelt. Die RIdIM-Datenbank wird erweitert und die Suchoberfläche auf der RIdIM-Website verbessert.
  • Die Datenbank des Répertoire International des Sources Musicales (RISM)wird zu einem zentralen Nachweisinstrument für Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts ausgebaut. Hierzu gehört auch die entsprechende Anpassung der RISM-Suchoberfläche, die über den RISM-OPAC aufrufbar ist (https://opac.rism.info).
  • An der SLUB Dresden wird ein zentrales Rechercheinstrument für Music Performance Ephemera (Konzertprogramme) aufgebaut.
  • Die Webseiten der ViFaMusik erhalten einen Relaunch; außerdem werden weitere Datenquellen in die ViFaMusik-Suche eingebunden, um sie zu einem Europäischen Musikkatalog auszubauen.
  • Musikwissenschaftlich relevante Internetressourcen werden katalogisiert und dauerhaft über das am Bibliotheksverbund Bayern betriebene Langzeitarchivierungssystem Rosetta gesichert.
  • Analog zu dem Einsatz von OCR-Programmen bei digitalisierten Texten soll in einem Prototyp der Einsatz von Optical Music Recognition (OMR) bei digitalisierten Notendrucken getestet werden. Die so generierten OMR-Daten werden frei zur Verfügung gestellt und in der BSB für Anwendungsszenarien genutzt, z.B. für eine Melodiesuche in dem digitalisierten Notenbestand.

Für den Austausch mit der Fachcommunity wurde beim FID Musikwissenschaft ein Beirat eingerichtet, dem 13 Personen aus einschlägigen Institutionen und Verbänden angehören.

Um die neuen Angebote des FID Musikwissenschaft bei den potentiellen Nutzern bekannt zu machen, sind neben Tagungsvorträgen und Zeitschriftenbeiträgen auch Road-Shows geplant, bei denen die Projektpartner in musikwissenschaftlichen Instituten über die FID-Angebote berichten.

Ansprechpartner:
Jürgen Diet
Bayerische Staatsbibliothek
Musikabteilung
Ludwigstr. 16, 80539 München
Tel. 089/28638-2768
email: juergen.diet@bsb-muenchen.de

Dr. Barbara Wiermann
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Musikabteilung
Zellescher Weg 18
01069 Dresden
Tel. 0351/4677-561
email: barbara.wiermann@slub-dresden.de

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Neuer Blick auf die Kirchenmusik – Deutsches Musikinformationszentrum veröffentlicht Informationsportal zum kirchenmusikalischen Leben in Deutschland


Kaum ein anderer musikalischer Bereich ist so vielfältig und dadurch so schwer zu überblicken wie die Kirchenmusik. Zwischen Laienorientierung und hoher Professionalisierung dient sie nicht nur der Liturgie, sondern schlägt mit ihren zahlreichen Aktivitäten im Konzertleben eine Brücke in die Gesellschaft. Mit einem neuen Informationsportal zum Thema „Kirchenmusik – Musik in Religionen“ legt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, erstmals ein Angebot vor, das umfassend und systematisch über die aktuelle Situation des kirchenmusikalischen Lebens in Deutschland informiert. Über die Kirchenmusik in der evangelischen und katholischen Kirche hinaus wird dabei auch die Musik in anderen Glaubensgemeinschaften in den Blick genommen.

Von der Musik im Gottesdienst und der Orgel als ihrem zentralen Instrument, dem kirchlichen Amateurmusizieren und der geistlichen Musik im Konzert über die Ausbildung und Berufspraxis von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern bis hin zur Musik in den orthodoxen Kirchen, im Judentum und im Islam – das neue Informationsportal des MIZ beleuchtet die Bedeutung der Musik im religiösen Leben in all ihren unterschiedlichen Facetten. In Fachbeiträgen beschreibt und untersucht das MIZ Strukturen, Ausprägungen und Entwicklungen innerhalb der einzelnen Themengebiete und liefert unter Einbeziehung aktueller statistischer Daten und Fakten eine umfassende Bestandsaufnahme.

„Kirchenmusik ist nicht nur Teil der kirchlichen Verkündigung, sie prägt darüber hinaus in hohem Maße unsere Bildungs- und Kulturlandschaft. Mit seinem neuen Angebot verfolgt das MIZ daher das Ziel, die Musik und die Musikpraxis der großen in Deutschland vertretenen Religionen in ihrer gesamten Bandbreite abzubilden und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu unterstreichen“, so Professor Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrats. Dass die Kirchenmusik mit ihrem reichen Erbe eine der tragenden Säulen unseres kulturellen Lebens bildet, zeigt die aktuelle Situation deutlich: Mehr als 900.000 Menschen in Deutschland sind derzeit in 36.000 vokalen und 15.000 instrumentalen Ensembles der Kirchen aktiv. Über 3.300 hauptberufliche Kantorinnen und Kantoren erfüllen neben dem Dienst an der Orgel eine große Vielfalt an künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Aufgaben. Darüber hinaus sind schätzungsweise etwa neun Mal so viele neben- und ehrenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker beschäftigt, die das musikalische Leben in den Gemeinden wesentlich gestalten. Mit mehr als 66.000 kirchenmusikalischen Veranstaltungen jährlich erreicht allein die evangelische Kirche, die hierfür Zahlen ausweist, über sieben Millionen Zuhörer und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Musikleben in Deutschland, vor allem auch in ländlichen Regionen.

„Ein besonderes Anliegen des MIZ war es, den Blick über den traditionellen Themenkreis der Kirchenmusik hinaus zu weiten und auch die Musik anderer Glaubensgemeinschaften zu beleuchten“, erläutert der Leiter des MIZ Stephan Schulmeistrat. „Durch die Einbeziehung der Musik in den orthodoxen Kirchen, im Judentum und im Islam trägt das neue Informationsportal zum einen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation Rechnung, zum anderen reagiert es auf die Tatsache, dass das Interesse an der Musik anderer Religionen zunehmend steigt. Dies beobachten wir beispielsweise in den Programmen zahlreicher Festivals, in denen Genreüberschreitungen und interreligiöse wie interkonfessionelle Dramaturgien immer größeren Raum einnehmen.“

Über die themenbezogenen Fachbeiträge und Statistiken hinaus stellt das MIZ topographische Darstellungen zur Verfügung, z. B. zum kirchlichen Amateurmusizieren, zu Ausbildungsstätten oder zum Orgelbau. Eine umfangreiche Zusammenstellung von grundlegenden Informationen zu Arbeitsinhalten und Aufgabenfeldern von Institutionen und Einrichtungen – darunter Verbände, Forschungseinrichtungen und Archive, aber auch Wettbewerbe, Preise, Festivals mit kirchenmusikalischem Schwerpunkt sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen u.v.m. – gibt einen umfassenden Überblick über infrastrukturelle Aspekte der Kirchenmusik. Ergänzt wird das Portal durch Informationsangebote zu Studien, Positionspapieren, Stellungnahmen und kulturpolitischen Dokumenten sowie durch Literaturempfehlungen, weiterführende Quellen im Internet und tagesaktuelle Nachrichten.

Zu erreichen ist das neue Informationsportal des MIZ unter http://themen.miz.org/kirchenmusik. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Professor Monika Grütters.

Über das MIZ:
Unter dem Dach des Deutschen Musikrats erfasst und dokumentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) Strukturen und Entwicklungen der Musikkultur. Das Spektrum reicht dabei von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die Musikförderung und die professionelle Musikausübung bis zu den Medien und der Musikwirtschaft. Gefördert wird das MIZ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Bonn sowie von privater Seite durch die GEMA und die GVL.

Pressekontakt:
Stephan Schulmeistrat, Projektleitung Deutsches Musikinformationszentrum
Stephan Schwarz-Peters, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Deutscher Musikrat gGmbH * Weberstr. 59 * 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 2091-180 * Fax: 0228 / 2091-280 * Mail: info@miz.org * www.miz.org

Geschäftsführer: Norbert Pietrangeli, Dr. Benedikt Holtbernd
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Prof. Martin Maria Krüger
Sitz der Gesellschaft: Bonn
Amtsgericht Bonn
HRB 12672

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