Bayerische Staatsbibliothek engagiert sich bei internationalen Projekten zum Nachweis von musikalischen und musikikonografischen Quellen


Im ersten Halbjahr 2016 hat die Bayerische Staatsbibliothek zwei Kooperationsverträge unterzeichnet, durch die sie ihr Engagement bei den beiden internationalen Projekten RISM und RIdIM weiter ausbaut. RISM steht für „Répertoire International des Sources Musicales“ und bezeichnet ein internationales Vorhaben zur Erschließung von musikalischen Quellen wie Musikhandschriften und Musikdrucke, siehe www.rism.info. Im RIdIM-Projekt (Répertoire International d’Iconographie Musicale) geht es um die Erschließung von Musik- und Tanzdarstellungen im Bereich der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks. Die Bayerische Staatsbibliothek liefert somit für RISM und RIdIM einen wichtigen Beitrag bei der Erstellung, langfristigen Bereitstellung und Sicherung von internationalen musikwissenschaftlichen Forschungsdaten.

Bayerische Staatsbibliothek, Muenchen

Foto: Bay. Staatsbibliothek, HRSchulz

Im RISM-Vertrag, der zwischen dem Verein Internationales Quellenlexikon der Musik e.V., der Staatsbibliothek zu Berlin und der Bayerischen Staatsbibliothek abgeschlossen wurde, verpflichtet sich die Staatsbibliothek zu Berlin, das Hosting des neuen RISM-Erschließungssystem Muscat zu übernehmen. Muscat wird Ende 2016 das bisherige Erschließungssystem Kallisto ablösen, das auch schon in Berlin gehostet wird. Die Bayerische Staatsbibliothek hat sich dazu verpflichtet, das Präsentationssystem für die RISM-Daten (RISM-OPAC) weiterhin zu hosten und auch weiter zu entwickeln. Der RISM-OPAC (http://opac.rism.info) wurde 2008 in einem gemeinsamen Projekt zwischen RISM, der Staatsbibliothek zu Berlin und der Bayerischen Staatsbibliothek konzipiert. Die Implementierung und das Hosting des RISM-OPAC liegt in den Händen der Bayerischen Staatsbibliothek, die hierfür sowohl eigene als auch Drittmittel aus den Projekten „Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft“ und „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ eingesetzt hat und weiterhin einsetzen wird. Derzeit bietet der RISM-OPAC die Suche in und den Zugriff auf ca. 1,05 Mio Datensätze, die Musikhandschriften und Notendrucke beschreiben, mit einem jährlichen Zuwachs von ca. 25.000 Datensätzen. Alle Datensätze des RISM-OPAC werden als Linked Open Data im RDF-Format und als Open Data im MARC-XML-Format bereitgestellt.

Der zwischen der Association RIdIM, der RISM-Arbeitsgruppe Deutschland und der Bayerischen Staatsbibliothek abgeschlossene RIdIM-Vertrag regelt die regelmäßige Weitergabe der deutschen RIdIM-Daten an die internationale RIdIM-Datenbank (http://db.ridim.org/). Die an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelte und von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften in Mainz geförderte deutsche RIdIM-Arbeitsstelle erschließt seit 1979 musikikonografische Quellen, die seit 2007 in einer online bereitgestellten Datenbank recherchierbar sind: www.ridim-deutschland.de. Derzeit enthält die deutsche RIdIM-Datenbank ca. 18.000 Datensätze zu musikikonografischen Darstellungen in deutschen Museen und Bibliotheken. Durch Einspielung der deutschen RIdIM-Daten in die internationale RIdIM-Datenbank wird die Sichtbarkeit dieser Daten deutlich erhöht.

Ansprechpartner:

Projektleitung / fachliche Fragen:

Jürgen Diet
Bayerische Staatsbibliothek
Musikabteilung
Ludwigstr. 16
80539 München
Tel.: 089/28638-2350
Email: juergen.diet@bsb-muenchen.de

Presse und Öffentlichkeitsarbeit:

Peter Schnitzlein
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16, 80539 München
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089/28 638-2429
E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

Bayerische Staatsbibliothek

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FUX ONLINE – Eine neue Website für den Barockkomponisten Johann Joseph Fux


Das neue Portal www.fux-online.at bietet umfassendes Wissen zu Johann Joseph Fux (ca. 1660–1741), dem bedeutendsten österreichischen Barockkomponisten. Wissenschaftlich fundierte Informationen zu Biographie, Werk und Editionen werden hier erstmals gebündelt präsentiert. Die Website erleichtert Wissenschaftler/innen, Musiker/innen und der interessierten Öffentlichkeit die Orientierung in der sehr disparaten Forschungslandschaft zu Fux sowie in seinem umfangreichen kompositorischen Œuvre, das bislang noch nicht vollständig mit einheitlicher Systematik erfasst ist.

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Werke

Neben einer auf dem neuesten Forschungsstand basierenden Biographie gibt Fux-online auch einen Überblick über das reichhaltige Schaffen des kaiserlichen Hofkapellmeisters. Eine regelmäßig aktualisierte Linkliste zu Digitalisaten, die unter anderem von der Österreichischen Nationalbibliothek, der Staatsbibliothek zu Berlin oder der Sächsischen Landesbibliothek angeboten werden, erlaubt direkte Einblicke in die zeitgenössischen Quellen, die Autographe, Abschriften, Drucke, Theoriewerke, Libretti und Bildquellen umfassen. Mehrfachüberlieferungen werden unter dem Werktitel zusammengefasst; gegebenenfalls in den Quellen nicht genau bezeichnete Werke wurden identifiziert und sind nun unter den standardisierten Werkverzeichnisnummern aufzufinden. Dadurch wird der Überblick über das bislang nur über die jeweiligen Bibliothekskataloge recherchierbare Angebot an digitalen Quellen wesentlich erleichtert. Ein Werkkatalog in Form einer Datenbank, die eine schnelle Recherche nach Werkverzeichnisnummern und Titeln ermöglicht, ist in Arbeit. Für die Musikpraxis relevante Angaben von Tonarten, Besetzung und Editionen werden ebenfalls verzeichnet. Die Freischaltung der Datenbank erfolgt voraussichtlich im Herbst 2016.

Werkausgabe

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die am Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erarbeitete historisch-kritische Ausgabe Johann Joseph Fux – Werke: Auf Fux-online können der aktuelle Stand der Editionsarbeiten, die Bandplanung sowie eine Kurzfassung der Editionsrichtlinien eingesehen werden. Addenda und Corrigenda zu bereits gedruckten Bänden stehen hier zuverlässig zur Verfügung. In Zukunft wird aufführungspraktisches Material (Stimmen) auf Fux-online open access zum Download angeboten. Da das Gesamtwerk von Fux nach wie vor nicht vollständig ediert ist, bietet eine Zusammenstellung wissenschaftlicher wie praktischer Ausgaben einen Überblick über bereits publizierte Werke und erleichtert somit vor allem der Musikpraxis die Suche nach verfügbarem Repertoire.

Forschung

Diese Rubrik gibt Einblick in die Arbeit der Fux-Forscher/innen am IKM und berichtet zeitnah über neue Erkenntnisse, Quellenfunde sowie Fux-bezogenen Veranstaltungen. Eine allgemeine Fux-Bibliographie mit relevanter Forschungsliteratur befindet sich im Aufbau.

Johann Joseph Fux galt vor allem aufgrund seines einflussreichen Kompositionstraktats Gradus ad Parnassum (Wien 1725) als bedeutender Musiktheoretiker, von dem bis ins 20. Jahrhundert nur sehr wenige geistliche Kompositionen im historisierenden stile antico bekannt waren. Für seine Zeitgenossen hingegen war Fux ein produktiver Komponist, der über 600 Werke in allen gängigen Gattungen und Stilen schuf. Der neue Webauftritt Fux-online präsentiert Fux in allen Facetten und will zur eingehenden wissenschaftlichen wie praktischen Beschäftigung mit seinen Kompositionen anregen.

Die Fux-Mitarbeiter/innen freuen sich über weitere Hinweise zu Fux, Quellenfunden und Digitalisaten sowie über Ergänzungen und Corrigenda. Kontakt: info@fux-online.at

Kontakt:
Ramona Hocker und Alexander Rausch
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen
Abteilung Musikwissenschaft
Tel. 0043-1-51581-3706
Ramona.Hocker@oeaw.ac.at
Alexander.Rausch@oeaw.ac.at

www.oeaw.ac.at/ikm
www.fux-online.at

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ViFaMusik stellt Beacon-Datei zur Personen-Verlinkung bereit


Seit Kurzem stellt die ViFaMusik eine BEACON-Datei bereit. BEACON ist ein sehr einfaches Dateiformat und ermöglicht eine gegenseitige, automatisierte Verlinkung von Webseiten, die Inhalte zu Normdaten aus der GND (Gemeinsame Normdatei) bereitstellen.[1]

Die BEACON-Datei der ViFaMusik ist eine täglich aktualisierte Liste von Personen zugeordneten Nummern aus der GND. Sie hält fest, dass Informationen zu eindeutig mit den GND-IDs versehenen Personen in der ViFaMusik zu finden sind und dient zur Veröffentlichung der ID-Trefferliste. Es wird hiermit ein maschinen- und menschenlesbares Personenregister bereitgestellt und über die Inhalte der ViFaMusik informiert. Folgende Datenquellen der ViFaMusik sind derzeit in der Beacon-Datei enthalten:

  • Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM)
  • Bibliographie des Musikschrifttums online (BMS)
  • Notendrucke und Tonträger des Deutschen Musikarchivs
  • Musikkatalog der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Musikschrifttum der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Musikkatalog der Staatsbibliothek zu Berlin
  • Internetressourcen der ViFaMusik
  • Bayerisches Musikerlexikon online
  • Historisches Aufführungsmaterial der Bayerischen Staatsoper

Durch eine Schnittstelle – die dank ID direkt auf die gesuchte Stelle der ViFaMusik weiterleitet (Zeile #TARGET) – ist eine gegenseitige, persistente Verlinkung auf die den Personen zugeordneten Inhalte möglich. Die Ziffern hinter den GND-IDs (z. B. 100001718|434) geben die Anzahl der Treffer zu der jeweiligen Person an.

Das Bayerische Musiker Lexikon Online beispielsweise nutzt bereits die Möglichkeit der Beacon-Datei zum Verweis auf Datenquellen von Bibliothekskatalogen und der ViFaMusik. Es verschafft den Nutzern dadurch einen schnellen Überblick, wo und in welchem Maße weitere Informationen zur gesuchten Person zu finden sind.

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Weiterführender Hinweis: Im Blog Deutsch-jüdische Geschichte digital hat Harald Lordick bereits grundsätzliche und weiterführende Überlegungen zu Beacon-Dateien angestellt.[2] Er bespricht die damit verbundenen Möglichkeiten sowie den Mehrwert für Nutzer, die durch Verknüpfungen beispielsweise auf unerwartete Datenquellen stoßen.

Paul Tillmann Haas, Universität Oldenburg

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:BEACON und https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:BEACON/Format

[2] Harald Lordick, »BEACON — »Leuchtfeuer« für Online-Publikationen«, in: Deutsch-jüdische Geschichte digital, 17. Mai 2015, http://djgd.hypotheses.org/672.

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Musikalische Hits von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert


Ein neues Online-Portal versammelt 14.000 historische Liedflugdrucke und macht sie einem breiten Publikum zugänglich.

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Quelle: http://archiv.onb.ac.at:1801/webclient/DeliveryManager?pid=2645691&custom_att_2=simple_viewer

 
Ein zentrales Online-Portal für 14.000 historische Lieddrucke: Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg (ZPKM), das Archiv des Österreichischen Volksliedwerks und die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz hat das Projekt „VDLied – Das Verzeichnis der deutschsprachigen Liedflugdrucke“ abgeschlossen. Die Plattform macht erstmals ein musikalisches und kulturelles Repertoire, das sich vom 16. bis zum 20. Jahrhundert erstreckt, einem breiten Publikum zugänglich. Das Portal soll Forscherinnen und Forschern weltweit eine umfangreiche Datenbank bieten. Unter anderem ermöglicht es die Plattform, nach dem Liedanfang, aber auch nach Refrain und Melodienverweisen sowie Strophen- und Zeilenzahl zu suchen. Zusätzlich können Interessierte über eine Volltextsuche in allen im Projekt erfassten Daten recherchieren. Das Material steht nun für eine musikalische und wissenschaftliche Auseinandersetzung einer breiten Öffentlichkeit uneingeschränkt und kostenlos zur Verfügung.

Lange Zeit, bevor es Notendrucke und Schallplatten gab, wurden populäre Lieder durch Flugschriften verbreitet, die an Straßenecken oder auf Jahrmärkten feilgeboten wurden. Manchmal erklang eine Drehleier, eine Drehorgel oder Harfe, um auf die Medien aufmerksam zu machen und sie gewinnbringend zu verkaufen. „Die Liedinhalte umfassen die ganze Spannbreite des privaten und des öffentlichen Lebens: Sex, Crime und Action sind genauso vertreten wie politische und religiöse Lieder“, sagt Dr. Dr. Michael Fischer, Geschäftsführender Direktor des ZPKM. Die historische Bedeutung der digitalisierten Stücke erstreckt sich jedoch nicht nur auf die besungenen Inhalte, die Aufschluss über Vorstellungsweisen und Mentalitäten früherer Generationen geben, sondern auch auf die mediale Darbietung. Durch die Beigabe von Bildern und Zierleisten versuchten die Produzenten, die Lieddrucke aufzuwerten. Spätere Liedflugschriften enthalten mitunter Noten zum Mitsingen.

Bei dem nun im Internet frei zugänglichen Repertoire sind viele Drucke vertreten, die lediglich in einem einzigen Exemplar erhalten geblieben sind. „Durch die Digitalisierung dieser Bestände wird europäisches Kulturgut von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne öffentlich zugänglich gemacht“, hebt die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, hervor. Die Zusammenarbeit zwischen der Staatsbibliothek und dem damaligen Deutschen Volksliedarchiv – dem heutigen ZPKM – begann in den 1930er Jahren und wird jetzt auf einer neuen inhaltlichen und technischen Grundlage fortgeführt.

In das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt wurden zudem die Bestände aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerks in Wien eingebettet. „Sie ergänzen die Berliner und Freiburger Bestände in hervorragender Weise, weil sie den süddeutschen-österreichischen Kulturraum inklusive der Kronländer der ehemaligen k.u.k. Monarchie abdecken“, erklärt Irene Egger, Geschäftsleiterin des Österreichischen Volksliedwerks.

Das von der Staatsbibliothek zu Berlin zusammen mit der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes entwickelte Portal soll weiter wachsen und steht Ergänzungen aus anderen einschlägigen Sammlungen offen. Bereits heute eröffnet die inhaltliche Erschließung der Flugdrucke den Zugang zu etwa 30.000 Liedern.

Kontakt:
Dr. Dr. Michael Fischer
Zentrum für Populäre Kultur und Musik
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: +49 (0)761/70503-15
E-Mail: michael.fischer@zpkm.uni-freiburg.de
www.zpkm.uni-freiburg.de

Jeanette Lamble
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Tel.: +49 (0)30 266 431444
E-Mail: jeanette.jamble@sbb.spk-berlin.de
http://staatsbibliothek-berlin.de

Irene Egger
Österreichisches Volksliedwerk
Tel.: +43 (0)15 126335-14
E-Mail: irene.egger@volksliedwerk.at
www.volksliedwerk.at

 

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AIBM-Jahrestagung im September 2016 in Detmold


Vom 6. bis 9. September 2016 werden sich voraussichtlich 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Musikbibliotheken und Musikarchiven in Detmold zum intensiven fachlichen Austausch treffen. Dort findet die Jahrestagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren (AIBM), Gruppe Deutschland, statt. Sie ist im 2015 neu errichteten FORUM Wissenschaft | Bibliothek | Musik zu Gast, einer Kooperation der Bibliothek der Hochschule für Musik Detmold, der Lippischen Landesbibliothek / Theologische Bibliothek, des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold / Paderborn, des Netzwerkes Musikhochschulen und des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen.

Im reichhaltigen Tagungsprogramm finden sich neben Vorträgen zur digitalen Musikwissenschaft, zu Tonarchiven und Schallplatten auch Berichte über Makerspaces in Öffentlichen Musikbibliotheken und Recherchemöglichkeiten für Aufführungsmaterialien weltweit. Erstmals veranstaltet die AIBM eine Podiumsdiskussion zu Approval Plans für Musikbibliotheken. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit musikbezogenen Führungen durch verschiedene Institutionen von der Musikbibliothek über das Landesarchiv bis zum Musikkindergarten und einem Konzert mit Studierenden der Hochschule für Musik Detmold rundet die Tagung ab.

Zu Beginn der Tagung werden drei Schulungen angeboten, die sich mit den musikspezifischen Katalogisierungsregeln im neuen Regelwerk RDA, mit urheberrechtlichen Fragestellungen und mit Musik-Apps beschäftigen.

Das ausführliche Tagungsprogramm ist auf der folgenden Webseite zu finden:

http://www.aibm.info/tagungen/2016-detmold/

Zur Vermittlung von Interviewwünschen und Gesprächen wenden Sie sich bitte an die Sekretärin von AIBM Deutschland: Dr. Katharina Talkner (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, email: sekretaerin@aibm.info).

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Stellenausschreibung der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek


Die Bayerische Staatsbibliothek ist seit 450 Jahren ein angesehener Partner für Forschende, Lehrende und Studierende. Als zentrale Archiv- und Landesbibliothek des Freistaates Bayern erbringt sie vielfältige Dienste für den Wissenschaftsstandort Bayern und übernimmt gleichzeitig wesentliche Aufgaben der deutschlandweiten Informationsversorgung. Als Innovationszentrum für digitale Informationsdienste und -technologien trägt sie maßgeblich zur Gestaltung der Bibliothek der Zukunft bei. Der Einsatz hochqualifizierten Fachpersonals garantiert ein exzellentes Serviceniveau auf allen Arbeitsfeldern.

Die Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek zählt hinsichtlich des Umfangs und der Qualität ihrer historischen Bestände sowie des traditionell breiten Erwerbungsprofils zu den international führenden Musikbibliotheken. In ihren Magazinen befinden sich gegenwärtig rund 455.000 Notendrucke, 72.000 Musikhandschriften, 330 Nachlässe, 93.000 Musik-Tonträger und 164.000 Musikbücher und Musikzeitschriften.

Analog zu dem umfangreichen Einsatz von OCR-Technologien für die textbasierten Digitalisate der Bayerischen Staatsbibliothek soll nun der Einsatz von OMR-Technologien für Notendruck-Digitalisate getestet werden. Dabei sollen sowohl kommerzielle OMR-Programme als auch die im SIMSSA-Projekt der McGill-University in Montreal entwickelten OMR-Verfahren zum Einsatz kommen (siehe https://simssa.ca/). Die Bayerische Staatsbibliothek ist Partner im SIMSSA-Projekt und sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine/n Mitarbeiter/in in der Musikabteilung

(Entgeltgruppe TV-L E 13)

Ihr Aufgabengebiet umfasst:

  • den Aufbau und die Weiterentwicklung einer SIMSSA-Testinstanz
  • eine Marktsichtung auf dem Gebiet kommerzieller OMR-Software und die Auswahl und die Installation einer oder mehrerer zu evaluierender OMR-Programme auf einem Testsystem
  • die Durchführung von OMR-Tests mit der SIMSSA-Software und mit kommerzieller OMR-Software für ausgewählte Notendruck-Digitalisate der Bayerischen Staatsbibliothek
  • die Konzeption und ggf. die prototypische Realisierung von Anwendungsszenarien gemeinsam mit dem IT-Referat der Bayerischen Staatsbibliothek auf Basis der OMR-Ergebnisse

Ihr Profil:

  • abgeschlossenes Master-Studium in Informatik oder einem vergleichbaren Studienfach sowie praxiserprobte Fachkenntnisse
  • sehr gute Kenntnisse in Music Information Retrieval und Optical Music Recognition
  • ausgeprägte Teamorientierung
  • hohes Engagement und Flexibilität

Wir bieten Ihnen:

  • eine Stelle in Vollzeit, auf ein Jahr befristet (das Entgelt richtet sich nach den Bestimmungen des TV-L)
  • eine interessante und verantwortungsvolle Tätigkeit auf einem innovativen Themenfeld in Zusammenarbeit mit einem kompetenten Team von IT-Spezialisten
  • einen Arbeitsplatz mitten im Herzen Münchens

Die Bayerische Staatsbibliothek fördert die Gleichstellung von Männern und Frauen. Die Bewerbung von qualifizierten Frauen wird daher ausdrücklich begrüßt. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werdenbei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bewerbungen richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer 10 16 01 ausschließlich elektronisch in einem einzigen PDF-Dokument an: diet@bsb-muenchen.de.

Ansprechpartner für Rückfragen: Herr Jürgen Diet

Tel.: 089/28638-2768 (ab 5.4.2016), email: diet@bsb-muenchen.de (jederzeit)
Bewerbungsende: 15.4.2016

München, den 8. März 2016

Dr. Dorothea Sommer

Stellvertreterin des Generaldirektors

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Digitale historische Musikwissenschaft: Eine fragwürdige Disziplin


„Wege der Musikwissenschaft“ lautet der Titel des XVI. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für Musikforschung, der vom 14. bis 17. September an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz stattfinden wird. Die Tagung will laut Kongressankündigung ein Forum sein für „Selbstreflexion“, für eine „Standortbestimmung“ und für eine „Diskussion zukünftiger Wege der Musikwissenschaft“.

Eine solch kritische Selbstbefragung und gegebenenfalls Neujustierung ist angesichts des längst real gewordenen digital turn in der Forschungslandschaft – besonders prekär im Bereich der Forschungsförderung – überfällig. Auch wenn Selbstbefragungen und Zweifel am Sinn der überkommenen disziplinären Methoden und Erkenntnisziele die Geschichte der akademischen Musikwissenschaft von Anbeginn an begleiten[1], so rührt die aktuell zu führende Diskussion doch um Einiges mehr an der gegenwärtigen Legitimation (und somit wohl auch künftigen Alimentation) unseres Faches im Wissenschaftskanon.

Die aktuelle Neugründung der “Initiative Digitale Musikwissenschaft” in der Gesellschaft für Musikforschung, das Edirom-Projekt Digitale Musikedition, die neu eingerichtete Universitätsprofessur für Musikwissenschaft/Digitale Musikedition/Digital Humanities an der Universität Paderborn, die in den vergangenen Jahren intensiv geführten Diskussionen mit führenden Fachvertretern zum Auf- und Ausbau einer Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (ViFaMusik) sowie die Fachdiskussionen, Workshops und Roundtables zur Konstitution des DFG-geförderten Fachinformationsdienstes (FID) Musikwissenschaft an der Bayerischen Staatsbibliothek sind nur die auffälligsten Markzeichen eines Wandlungsprozesses, der sich nicht bloß in technischen Weiterentwicklungen manifestiert, sondern grundsätzliche Fragen nach Inhalt, Methode und Erkenntnisinteresse unseres Faches aufwirft.

Die nicht geringe Schwierigkeit, als Verantwortlicher für den FID Musikwissenschaft, führende Vertreter unseres Faches davon zu überzeugen, die ViFaMusik nicht nur als periphere technische Spielwiese oder als Abladeplatz für „Sonstiges“ und „Vermischtes“ zu nutzen[2]; sondern diese kostenfreie Plattform und zugleich höchst leistungsfähige und nachhaltig gesicherte digitale „Werkbank“ substantiell zu instrumentalisieren: Dieses scheinbare Unvermögen ist vielleicht doch nicht (entgegen gelegentlicher Vermutung), einem resistenten Konservatismus und prinzipieller Fortschrittsverweigerung saturierter Fachvertreter geschuldet, sondern verweist auf jene „gewachsenen Tendenzen in Themensetzung, Forschungsschwerpunkten und Interessefeldern, Fragestellungen, Methodiken und Erkenntniswegen des Faches“, die mit den Konzepten und Verfahren und den damit verbundenen Erkenntniswegen der Digital Humanities möglicherweise nicht kompatibel sind.

Werkzeuge („Tools“), herkömmliche wie digitale, sind Hilfsmittel, die ich verwenden oder auch ignorieren kann, sofern ich auch auf anderem Wege mein Ziel erreiche. Die mit den digitalen „Hilfsmitteln“ einhergehenden veränderten Zugriffsweisen auf Quellen und die gewandelte Wissenskommunikation und Wissensorganisation dagegen verweisen auf die zentrale Frage: Ist denn das Ziel selbst noch zeitgemäß?

Um diese Frage beantworten zu können, gilt es zunächst, dieses Erkenntnisziel zu benennen. Ich stütze mich hierbei auf die Aussagen dreier führender Vertreter unseres Faches, die in dem 2007 veröffentlichten Band „Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung“[3] dokumentiert sind.

Ulrich Konrad postuliert, dass die historische Musikanschauung (fußend auf Augustinus und Boethius) die Dignität der Musik jenseits bloß sinnlicher Qualität durch die Annahme einer „metaphysischen Dimension“ sichere[4], die einst in „engem Zusammenhang mit Weltanschauung und Menschenbildung“[5] stand. Dies entspricht einem eindeutig theologischen Auftrag; und der Musikwissenschaftler, so ist zu schließen, der über die (Kunst-)Musik jener vergangenen Kulturen als historisches Phänomen reflektiert – wohlgemerkt: nicht als gegenwärtiges -, rechtfertigt sein priesterliches Tun mit eben jener Dignität, die es unbeirrt nach wie vor zu behaupten gilt. Wen wundert’s, dass der Blick in die Gegenwart aus Sicht des Forschers eine „extreme Verlagerung des Musikverständnisses auf unreflektiertes Tun und hedonistische Wahrnehmung kennzeichnet“[6] und zu der Schlussfolgerung führt, dass die Musikwissenschaft „als genuin historisches Fach […] heute primär nur mehr mit einem begrenzten Ausschnitt der musikalischen Welt befasst ist, dem der Kunstmusik“, der „in der Lebenswirklichkeit vieler Menschen nicht mehr vorkommt“. Erstaunlicherweise schürt dies beim Autor nicht Zweifel, ob seine Fragestellung an den forschenden Gegenstand noch angemessen ist, oder nicht, sondern führt zu einem Vorwurf an die real existierende Lebenswirklichkeit der Zeitgenossen.

Halten wir für das Verständnis dessen, was historische Musikwissenschaft offenbar ausmacht, fest: 1. Es gibt eine (historisch verbürgte) metaphysische Dimension, die es zu reflektieren und zu verkünden gilt; dies hat der Musikforschende zu leisten, der damit ein quasi priesterliches Amt ausübt. 2. Die Dignität, die den Forschungsgegenstand als solchen rechtfertigt, wird ausschließlich der Kunstmusik zugestanden, die 3. in unserer heutigen Lebenswirklichkeit nur noch eine höchst marginale Rolle spielt.

Laurenz Lütteken schließt sich Konrads Verständnis uneingeschränkt an: „Das Kerngeschäft der Musikwissenschaft ist nun einmal die denkende Auseinandersetzung mit dem wunderlichen Phänomen der Musik“[7], und er präzisiert als konkreten Hauptauftrag der historischen Musikforschung die „Problemgeschichte des Komponierens. […] Dieser Impetus hat die Wissenschaft nachhaltig geprägt und ist heute, mehr denn je, verantwortlich für das Erkenntnisinteresse, das sie leitet.“[8] Insofern machen die Editionsvorhaben von Kompositionen, die ex cathedra als würdig deklariert wurden und werden, als vielleicht wichtigste Aufgabe der historischen Musikwissenschaft Sinn; zugleich markieren bedeutende Editionsvorhaben auch den Beginn der akademischen Musikwissenschaft im 19. Jahrhundert. Wenig überraschend klassifiziert schließlich auch Lütteken unser Fach im Untertitel zu seinem Beitrag als „marginale Wissenschaft“.

Ergänzend zu Konrads Definitionen ist nach Lütteken ein 4. Punkt hinzuzufügen: Das Forschungsinteresse gilt der Kompositionsgeschichte, mit allen erkenntnistheoretischen Konsequenzen: Der hierfür notwendigen geschichtlichen Kontinuität, einer eindeutigen Identität des komponierten Werkes trotz möglicher unterschiedlicher Interpretationen (denn dadurch erst wird es traditions- und geschichtsfähig), und einer Materialität als „Text“, also der schriftlichen Präsenz, die als solches untrennbar mit der Person des Schöpfers verbunden ist.

Hans-Joachim Hinrichsen betont im Einklang mit seinen Koautoren als Hauptaufgabe der Musikwissenschaft ebenfalls das Sichtbarmachen der „Geschichtlichkeit der Musik“[9], fügt aber noch als zu integrierenden Teil die Rezeptions- und Interpretationsgeschichte hinzu.

Konfrontieren wir nun diese Parameter mit den Anforderungen und Optionen einer digitalen und nicht bloß digitalisierten Forschung, so stoßen wir fast bei jedem Punkt auf grundsätzliche Differenzen.

Die digitale Wissenschaft verlangt Offenheit und Transparenz sowie die Bereitschaft, Daten und Ideen in einem möglichst frühen Stadium der Erkenntnisgewinnung mit anderen zu teilen. Dies aber widerspricht nicht nur der wissenschaftlichen Anerkennungskultur. Wenn wir Musikgeschichtsforschung im Sinne von Punkt 1 als hermeneutische Disziplin verstehen und diese nicht auf eine „penibel betriebene Paläographie und Quellenbeschreibung“ reduzieren wollen, befasst nur noch mit der „Schreib- und Umschreibintention von Einzelwerken der Musik“[10], ist die Forderung nach frühest möglichem gemeinschaftlichem „Verstehen“ im Forschungsprozess in letzter Konsequenz undenkbar, gleichgültig, ob nun auf Forschungsplattformen als gemeinschaftliches Schreiben unter Einbeziehung der Expertise anderer Personen (interactive writing) oder als „group writing“ realisiert. Erkenntnis eines Quellenwerkes wäre jedenfalls kein autoritatives Endprodukt mehr, manifestiert im abschließenden Forschungsbeitrag eines Autors, sondern ginge im Prozess auf. Dass dies ein vollkommen anderes als das oben dokumentierte Verständnis von musikwissenschaftlichem Erkenntnisgewinn voraussetzen würde, muss nicht betont werden; um im zuvor skizzierten Bild zu bleiben: Theologische Wahrheit generiert sich niemals demokratisch, und am Ende ist es immer eine Autorität, die diese verkündet.

Freilich ist schon der Werkbegriff der deutschen Musikwissenschaft als „Erbschaft idealistischer Ästhetik“[11] höchst problematisch. Während andernorts in den Geisteswissenschaften die zunehmende Erosion der Idee von „Kultur-als-Text“ zu epistemologischen Konsequenzen in der fachwissenschaftlichen Diskussion führt[12], klammert sich die deutsche Musikwissenschaft nach wie vor an die als kulturrelevant behauptete Schriftlichkeit und dem damit einhergehenden Werkbegriff, um die seit dem 19. Jahrhundert betriebene Narratisierung einer idealisierten Kompositionsgeschichte fortzuschreiben. Auch wenn zunehmend mit Hilfe digitaler Werkzeuge möglichst viele Fassungen oder Varianten eines Werkes veröffentlicht werden, so ist doch nach wie vor der ahistorische Gedanke eines „Urtextes“, einer „Uridee“ als sinnstiftendes Konstrukt latent. Wie anders wäre ein auf die Geschichtlichkeit der Kompositionen fixiertes Erkenntnisinteresse zu rechtfertigen?

Nun wäre dagegen prinzipiell nichts einzuwenden, zumal es ja faktisch akademische Realität ist. Dass es aber auch anders gehen kann, zeigt beispielhaft die amerikanische Forschung. Der aber wird aus Sicht der deutschen Musikwissenschaft genau aus diesem Grund der „methodische Offenbarungseid“[13] unterstellt: „Die Vorhaltung etwa, Musikwissenschaft beschäftige sich nicht hinreichend mit dem musikalischen Alltag, ist dabei in mehrfacher Hinsicht entlarvend. Denn zum einen zeigt die wesentlich amerikanische Forschung zur Popularmusik die eigenartige Tendenz, die Erzeugnisse einer kommerziell kalkulierten, allein auf massenhafte affektive Wirkung angelegten Musikkultur mit den Ansprüchen des Kunstwerks in Einklang bringen zu wollen, sie also vollkommen sinnlos in den Kanon des Etablierten aufzunehmen.“[14]

Ein entlarvendes Urteil: Das Indiz des „kommerziell Kalkulierten“ soll die Teilnahme am Kanon der „etablierten“ Kunstwerke kategorisch ausschließen; kurzum, was gefällt, ist verdächtig. Der Kanon (welcher?) wird ahistorisch als für alle Zeiten gesetzt behauptet. Mit der Realität unseres Konzertlebens und der von Konrad beklagten zunehmenden Irrelevanz musikwissenschaftlicher Kompetenz im gesellschaftlichen und kulturellen Dialog, hat dies nichts zu tun.

Wenn freilich das überkommene Erkenntnisinteresse in unserem Fach nur noch trotzig larmoyant und das Marginale des Faches im Kontext der Kultur- und Humanwissenschaften in gereiztem Ton und mit überheblichem Gestus zu rechtfertigen ist[15], wäre es tatsächlich an der Zeit, nicht die konsumistische und durchökonomisierte Gegenwart in Abgrenzung zum idealisierten fachhistorischen Paradies des vergangenen Jahrhunderts zu bejammern, sondern es wäre das Erkenntnisziel unseres Faches und die damit verbundene kulturelle, kulturpolitische und gesellschaftliche Relevanz neu zu überdenken – im Hinblick auf eine Lösung und nicht mit der Absicht, die Gegenwart zugunsten einer Fixierung des Überkommenen zu verdammen.

Dr. Reiner Nägele
Leiter der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek

[1] „Die Rückführung der musikalischen Wissenschaft in den universitären Kanon um und nach 1900 [krankte] an dem Vorbehalt, es nicht eigentlich mit Wissenschaft, sondern mit Musikantentum zu tun zu haben“ [Laurenz Lütteken: „Und was ist denn Musik“. Von der Notwendigkeit einer marginalen Wissenschaft, in: Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung. Hrsg. von Laurenz Lütteken, Kassel u.a. 2007, S. 61. Beispielhaft auch Hans Heinrich Eggebrecht auf dem Symposium „Reflexionen über Musikwissenschaft“ 1970 in Bonn: „Wo heute in Sachen Musicologie Unruhe und Ratlosigkeit ins Bewußtsein dringen, liegt das an unbewältigtem Veraltern des geisteswissenschaftlichen Konzeptes der historischen Schule, das angesichts heutiger Wirklichkeit sich als nicht tragfähig erweist“ [zitiert nach: Oskár Elschek: Das Forschungskonzept der vergangenen und gegenwärtigen Musikwissenschaft, in: Musicologica Slovaca, XI: Entwicklungswege der Musikwissenschaft, Bratislava 1986, S. 71.].

[2]  Prinzip Resterampe? Anmerkungen zur Open Access-Strategie der Community, veröffentlicht im ViFaMusik-Blog am 23. Juli 2015. Ebenso: Vom Nutzen der ViFaMusik für die Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung, in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderheft: Musikbibliotheken – Neue Wege und Perspektiven (Hrsg. von Martina Rebmann und Reiner Nägele), 59 (2012), Heft 3-4, S. 137-145.

[3] Musikwissenschaft. Eine Positionsbestimmung. Hrsg. von Laurenz Lütteken, Kassel u.a. 2007.

[4] Ulrich Konrad: Ars – MUSICA – scientia. Gedanken zu Geschichte und Gegenwart einer Kunst und ihrer Wissenschaft, in: Musikwissenschaft [wie Anm. 3), S. 25.

[5] Ebd., S. 33.

[6] Ebd., S. 24.

[7] Lütteken (wie Anm. 1), S. 64f.

[8] Ebd., S. 62.

[9] Hans-Joachim Hinrichsen: Musikwissenschaft und musikalisches Kunstwerk. Zum schwierigen Gegenstand der Musikgeschichtsschreibung, in: Musikwissenschaft (wie Anm.3), S. 79.

[10] Oskár Elschek (wie Anm. 1), S. 94

[11] Hans-Joachim Hinrichsen: Musik – Interpretation – Wissenschaft, in: Archiv für Musikwissenschaft, 57. Jg. H. 1 (2000), S. 84.

[12] Sybille Krämer, Horst Bredekamp: Kultur, Technik, Kulturtechnik: Wider die Diskursivierung der Kultur, in: Bild, Schrift, Zahl, hrsg. von Sybille Krämer u. Horst Bredekamp, München 2003, S.14: „Nicht länger ist ‚Kultur‘ reserviert für das, was in Werken, Monumenten und Dokumenten sich zu stabiler und statuarischer Form auskristallisiert. Eine von der Sprachtheorie ausstrahlende und die Sozial-, Kultur- und Kunstwissenschaften ergreifende Debatte über ‚Performanz‘ und ‚Performativität‘ relativiert die Zentrierung auf Text und Repräsentation und entdeckt in Handlungen, Vollzügen, Ritualen und Routinen die Signifikanz von Kulturen“.

[13] Lütteken (wie Anm.1), S.63.

[14] Ebd.

[15] Laurenz Lütteken auf der GfM-Tagung in Halle 2015 (ab Minute 20:22): http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/digital_musicology_wo_findet_in_zukunft_musikwissenschaftliches_wissen_statt?nav_id=5878.

 

 

 

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