Musik trifft Informatik – Bericht über einen Workshop bei der Jahrestagung 2017 der Gesellschaft für Informatik in Chemnitz


 

Wie passen Musik und Informatik zusammen? Welche Verfahren können verwendet werden, um Musik mithilfe von Computern zu analysieren? Welche Anwendungsszenarien könnten auf den Analyseergebnissen aufsetzen? Das sind einige der Fragen, die der Workshop „Musik trifft Informatik“ auf der Jahrestagung 2017 der Gesellschaft für Informatik zu beantworten versuchte. 16 Forschergruppen aus Deutschland, Österreich und Großbritannien präsentierten dort ihre Forschungsergebnisse und prototypische Anwendungen.[1]

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Abbildung 1: Logo der Tagung „Informatik2017“, Fotograf: Sebastian Heil / INFORMATIK 2017 / TU Chemnitz

Vom 25. bis 29. September 2017 fand an der Technischen Universität Chemnitz die 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik (GI) statt. Die von ca. 700 Teilnehmern besuchte Tagung stand unter dem Motto „Digitale Kulturen“ und bot ein vielfältiges Programm mit 220 Vorträgen, die in 37 Workshops und Tutorials sowie zwei Plenumsveranstaltungen gegliedert waren. Einer der Workshops trug den Titel „Musik trifft Informatik“ und soll in diesem Bericht näher betrachtet werden. Dabei geht es auch um die Frage, ob die in diesem Workshop vorgestellten Forschungen für Bibliotheken und speziell für Musikbibliotheken relevant sein könnten. Der Tagungsband der gesamten GI-Jahrestagung 2017 ist Tagungsband Informatik2017, die 14 Beiträge des Workshops „Musik trifft Informatik“ sind im 2600 Seiten umfassenden Tagungsband ab der Seite 47 zu finden. Alle 14 Workshop-Beiträge wurden in Chemnitz anhand von Postern präsentiert; 6 von diesen Beiträgen wurden auch in Vorträgen vorgestellt.

Musik kommt in verschiedenen Medienformen vor; zu einem musikalischen Werk gibt es Noten (in gedruckter oder auch in gescanntem Format) und meist auch Interpretationen auf Tonträgern oder in Form von Audio- bzw. Video-Dateien. Computergestützte Methoden können auf alle Formen der Musik angewendet werden. Bei dem Workshop in Chemnitz lag ein Schwerpunkt auf der computergestützten Analyse von Audio-Dateien, der sogenannten Audio-Signalverarbeitung. Andreas Arzt vom Institut für Computational Reception an der Johannes-Kepler-Universität in Linz stellte ein Forschungsprojekt vor, bei dem eine Audiodatei oder ein Live-Stream einer Musikaufführung analysiert und mit dem dazugehörigen Notentext in Verbindung gebracht wird (dieses Verfahren bezeichnet man auch als „score following“). Der Benutzer soll zu jedem Zeitpunkt am Notentext erkennen, welcher Takt gerade gespielt wird. Das in Linz entwickelte System kam u.a. bei einer Aufführung von Richard Strauss‘ Alpensinfonie durch das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam zum Einsatz. Die Zuhörer konnten bei Interesse die Partitur der Alpensinfonie während des Konzertes auf Tablet-Computern mitlesen.

Das „score following“-Verfahren wurde auch bei einem Forschungsprojekt  eingesetzt, das in Kooperation der International Audio Laboratories in Erlangen mit dem Lehrstuhl für Informatik 6 (Datenmanagement, Prof. Dr. Klaus Meyer-Wegener) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wurde. Das entsprechende Poster beim Workshop in Chemnitz trug den Titel „Die Oper als Multimediaszenario: Wagners Walküren gehen online“. Es ging dabei um die Synchronisierung verschiedener über YouTube frei verfügbarer Videos der Wagner Oper „Die Walküre“ untereinander sowie mit dem entsprechenden Notentext und dem Libretto. Die Synchronisierungsinformationen wurden zum Teil manuell und zum Teil automatisiert ermittelt. Beispielsweise wurden die Taktanfänge innerhalb einer Video-Aufnahme mit der Software „Sonic Visualizer“ manuell erstellt und die Taktanfänge der anderen Video-Aufnahmen automatisiert ermittelt anhand der Referenz-Informationen aus der ersten Video-Aufnahme. Der in Chemnitz vorgestellte webbasierte Demonstrator ist online verfügbar, so dass jeder einen Eindruck von den Ergebnissen dieses Forschungsprojektes erhalten kann.

Frank Scherbaum vom Institut für Erd- und Geowissenschaften der Universität Potsdam hielt einen Vortrag mit dem Thema „Rechnergestützte Musikethnologie am Beispiel historischer Aufnahmen mehrstimmiger Musik georgischer Vokalmusik“. Er analysierte mit rechnergestützten Verfahren die im Jahr 1966 entstandenen Tonaufnahmen des georgischen Meistersängers Artem Erkomaishvili. Die mehrstimmige georgische Vokalmusik ist seit 2001 Bestandteil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes. Ihre Harmonik unterscheidet sich sehr stark von der in der Musik der westlichen Welt üblichen Harmonik mit den 12 verschiedenen Halbtönen pro Oktave. Die georgische Vokalmusik ist nur mündlich überliefert und enthält für „westliche Ohren“ oft ungewohnte Intervalle, Harmonien und Harmoniefolgen. Frank Scherbaum hat rechnergestützte Audioanalyse-Methoden auf diese Musik angewendet und auf diese Weise Informationen zu den speziellen georgischen Intervallen und Harmonien erhalten. Er hat auch selbst weitere Tonaufnahmen während mehrerer Forschungsaufenthalte in Georgien erstellt und dort Kehlkopfmikrofone eingesetzt, um die Einzelstimmen der verschiedenen Sänger besser voneinander trennen zu können.

Hannah Lukashevich stellte das Projekt „Soundslike“ vor. Sie kommt vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau, das vom Erfinder des mp3-Formats, Prof. Karl-Heinz Brandenburg, geleitet wird. Im Soundslike-Projekt wurde eine große Datenbank aufgebaut, in der automatisch extrahierte Merkmale aus Audioaufnahmen (z.B. zur Harmonie, zum Rhythmus und zum Tempo der Musik) abgespeichert wurden. Diese Informationen wurden dann dazu verwendet, dem Benutzer ähnliche Musikstücke vorzuschlagen. Die am IDMT entwickelte Technologie kommt auch bei der Gesellschaft für Konsumforschung zum Einsatz, um in 10.000 repräsentativ ausgewählten deutschen Haushalten anhand von Audio-Fingerprinting das TV-Verhalten zu ermitteln.

Der letzte Vortrag beim Workshop in Chemnitz trug den Titel „Versionsübergreifende Visualisierung harmonischer Abläufe: Eine Fallstudie zu Wagners Ring-Zyklus“. Dort wurde ein Kooperationsprojekt zwischen den International Audio Laboratories Erlangen und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes vorgestellt, bei dem Aufnahmen von Wagners Ring mit computergestützten Methoden analysiert wurden und die Harmonik im Zeitverlauf visuell dargestellt wurde. Diese Visualisierung kann dabei helfen, musikwissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten wie z.B. die Hypothese der „wandernden Tonalitäten“ bei Wagner oder den Begriff der „dichterisch-musikalischen Periode“. Obwohl die Musikinformatik eine sehr interdisziplinäre Fachrichtung ist, war diese Fallstudie zu Wagners Ring-Zyklus das einzige in Chemnitz vorgestellte Projekt, bei dem ein Lehrstuhl für Musikwissenschaft einer der Projektpartner ist.

Aus der Sicht von Musikbibliotheken sind einige der im Chemnitzer Workshop vorgestellten Projekte durchaus interessant. Bei der Überlegung, welche der vorgestellten Systeme oder Technologien in Musikbibliotheken eingesetzt werden könnten, stößt man allerdings aus rechtlichen und implementationstechnischen Gründen schnell an Grenzen. Das in Deutschland gültige Urheberrecht und Leistungsschutzrecht verbietet die Online-Bereitstellung von Werken, deren Urheber noch keine 70 Jahre tot sind, und von Aufnahmen, die jünger als 70 Jahre sind. Es gibt daher in Musikbibliotheken wenige Audio-Aufnahmen, auf die man die in Chemnitz vorgestellten Systeme anwenden könnte, ohne dass die Bereitstellung des Systems auf die Räume der Bibliothek beschränkt wäre. Eine weitere Schwierigkeit betrifft den Prozess der Softwareentwicklung. Die meist an Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen entwickelten Systeme schaffen selten den Übergang von einem Prototyp zu einem produktiven System. Um eine Software produktiv einsetzen zu können, sind zeitaufwändige Weiterentwicklungen am Prototyp notwendig, die allerdings für die Universitäten weniger interessant sind. Somit müsste diese Weiterentwicklung und auch die weitere Wartung und Pflege der Software von den Bibliotheken geleistet werden. Da die Bibliotheken bei der Erstellung des Prototyps nicht eingebunden waren, fehlt ihnen allerdings dazu oft das notwendige Know-How.

[1] Dieser Bericht erschien auch in der Ausgabe 6/2018 der Zeitschrift b.i.t.online

Jürgen Diet, stellv. Leiter der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek

 

 

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Neuer Beitrag des MIZ beleuchtet Entwicklungen des Fachs Musikwissenschaft


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Über die Musikwissenschaft ist die Musik als Gegenstand ein integraler Teil der deutschen Wissenschaftslandschaft. Sie ist derzeit an den meisten Universitäten, an allen Musikhochschulen und in zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen vertreten. Über den engeren akademischen Bereich hinaus sind musikwissenschaftliche Fragestellungen und Methoden in der öffentlichen Wahrnehmung aber auch dauerhaft präsent durch eine reiche Anzahl von Museen, Bibliotheken und Archiven in öffentlicher wie privater Trägerschaft, über vielfältige Tätigkeitsfelder in Theatern, Orchestern, im Rundfunk und in Verlagen sowie ganz grundlegend im Musikunterricht der allgemein bildenden Schulen. In Wissenschafts- wie Kulturverwaltung, -verbänden und -politik sowie in der Kreativwirtschaft wird ebenfalls vielfach musikwissenschaftliche Expertise wirksam.

In einem neuen Fachbeitrag des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) informiert Prof. Dr. Dörte Schmidt, Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrats und Präsidentin der Gesellschaft für Musikforschung, über die Entwicklungen des Fachs Musikwissenschaft und gibt Einblicke in Forschungsrichtungen, Ausbildungswege sowie Berufsfelder. Der Beitrag ist im Informationsportal des MIZ unter www.miz.org als PDF abrufbar.

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Digitale Musikwissenschaft – Neue Fachgruppe der Gesellschaft für Musikforschung eingerichtet


Nicht erst der XVI. Internationale Kongress der Gesellschaft für Musikforschung (GfM) im September 2016 in Mainz hat gezeigt, wie weitreichend die Verwendung digitaler Medien inzwischen im Fach Musikwissenschaft fortgeschritten und mit musikwissenschaftlichen Fragestellungen verwoben ist. Dies betrifft Arbeits- und Publikationsmöglichkeiten innerhalb der Disziplin ebenso wie Forschungsansätze und methodische Überlegungen, die einerseits Ursache und andererseits Folge vielfältiger, mit der Digitalität zusammenhängender Veränderungen sind. Bereits im Herbst 2015 gab es erste Bestrebungen, mit der ›Initiative Digitale Musikwissenschaft‹ für diesen Bereich ein spezialisiertes Forum innerhalb der GfM zu schaffen, das der Diskussion einen adäquaten Raum im Fach gibt und als Interessenvertretung wirkt. Im Rahmen ihrer diesjährigen Jahrestagung in Kassel bestätigte die Mitgliederversammlung der GfM die Überführung dieser Initiative in eine Fachgruppe. Mit der Einrichtung der Fachgruppe ›Digitale Musikwissenschaft‹ wird u. a. auch auf eine Tendenz reagiert, die sich im Laufe der vergangenen Jahre bereits abzeichnete, nämlich: Digitalität und digitale Anliegen der Musikwissenschaft beinahe überwiegend in anderen Kontexten (etwa dem Verband DHd – ›Digital Humanities im deutschsprachigen Raum‹) zu verhandeln. Mit der Fachgruppe steht nun innerhalb der GfM ein sachkundiger Ansprechpartner für externe DH-Verbände zur Verfügung, was für die Kommunikation neuer Forschungsansätze und Fördermöglichkeiten von Bedeutung ist.
Die neue GfM-Fachgruppe ›Digitale Musikwissenschaft‹ zielt darauf ab, den in regem Austausch stehenden interessierten Beteiligten eine gemeinsame Plattform zu geben und gleichzeitig auch für die GfM zum kompetenten Ansprechpartner in den eigenen Reihen zu werden. Aufgrund mangelnder Institutionalisierung derzeit auftretende infrastrukturelle Schwierigkeiten können dadurch in Zukunft behoben werden, was wiederum die gemeinsame Zusammenarbeit vereinfachen sollte.
Inhaltlich stehen, wie schon im Rahmen eines Treffens der ›Initiative‹ auf der Tagung des DHd-Verbandes Anfang März 2016 in Leipzig herausgearbeitet werden konnte, mehrere Komplexe im Zentrum des allgemeinen Interesses der Beteiligten. Zu nennen wären neben einer Reflexion von Konsequenzen ›der‹ Digitalisierung in all ihren Facetten für die Musikwissenschaft vor allem der große Bereich der Nachhaltigkeit digitaler Forschungsarbeiten und die Datenstabilität sowie die Langzeitverfügbarkeit von Daten sowie Präsentationsformen. Um eine diskursive Anschlussfähigkeit und Zitierbarkeit bzw. Referenzierbarkeit zu gewährleisten, ist die Einigung auf eine Einheitlichkeit von Formaten innerhalb einer Disziplin von essentieller Bedeutung. Die Fachgruppe ›Digitale Musikwissenschaft‹ könnte hier als Ansprechpartner und als zentrale Gesprächsplattform für die Artikulation von Zielen und Bedürfnissen des Fachs und als ›Think Tank‹ für die Erarbeitung gemeinsamer, tragfähiger Lösungen dienen.
Das Spektrum der in der Fachgruppe repräsentierten musikwissenschaftlichen Themen ist nicht beschränkt (etwa auf digitale Musikedition, computergestützte Analyse o. Ä.), sondern im Gegenteil bewusst offen. Insofern als gerade kein bestimmtes musikwissenschaftliches Arbeitsfeld, sondern übergreifende Fragen der mit der Digitalisierung verbundenen methodischen und forschungspolitischen Implikationen Gegenstand der Fachgruppenarbeit sein werden, ergänzt die Fachgruppe ›Digitale Musikwissenschaft‹ die bereits bestehenden GfM-Fachgruppen in idealer Weise: Es erscheint notwendig und vielversprechend, Diskussionen rund um die Digitalität gerade nicht (bzw. nicht ausschließlich) in separaten Gegenstandsbereichen, sondern vor allem auch im fachweiten und gegenstandsübergreifenden Austausch zu entwickeln. Explizit geht es auch um einen Dialog beispielsweise zwischen unabhängigen Musikwissenschaftler_innen und Vertreter_innen von Hochschulen und Gedächtnisinstitutionen. Es handelt sich bei dieser Fachgruppe um einen genuin neuen Ansatz innerhalb der GfM.
Die seit Ende 2015 existierende Mailingliste der damaligen ›Initiative Digitale Musikwissenschaft‹ umfasst bereits mehr als 110 Teilnehmer_innen. Alle interessierten Musikwissenschaftler_innen sind sehr herzlich eingeladen, sich in der Mailingliste zu registrieren (subscribe: https://www.listserv.dfn.de/sympa/subscribe/digmus) und an der Arbeit der Fachgruppe mitzuwirken.

Jun.-Prof. Dr. Stefanie Acquavella-Rauch, Sprecherin der Initiative Digitale Musikwissenschaft

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Bayerische Staatsbibliothek startet Wunschbuch-Service für das Fach Musikwissenschaft


Die Bayerische Staatsbibliothek hat Anfang Juli 2017 ein Web-Formular freigeschaltet, über das Benutzer der BSB Anschaffungsvorschläge für den Sammelschwerpunkt Musikwissenschaft mitteilen können. Über dieses Formular können Wünsche und Hinweise zu Bestandslücken, wissenschaftsrelevanten Webinhalten und Forschungstrends übermittelt werden. Die BSB prüft anschließend, ob sie die Vorschläge in ihr Angebot aufnehmen kann. Das Web-Formular ist hier zu finden:
https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/musik/fachinformationsdienst/wunschbuch/

Das Wunschbuch-Formular ist ein weiteres Angebot der BSB, um auf konkrete Wünsche der Fach-Community einzugehen und wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ aufgebaut.

Jürgen Diet, stellv. Leiter der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und Projektkoordinator des „FID Musikwissenschaft“

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Stellenausschreibung des Staatlichen Instituts für Musikforschung – PK (E13, 50%, unbefristet)


Am Staatlichen Institut für Musikforschung – Preußischer Kulturbesitz ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin / Mitarbeiters, Entgeltgruppe 13 TVöD, mit 50 % Arbeitszeitanteil unbefristet zu besetzen.

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Das Staatliche Institut für Musikforschung ist eine musikwissenschaftliche Sammlungs- und Forschungseinrichtung, die historische und systematische Aspekte von Musik untersucht. Im Referat Musikwissenschaftliche Dokumentation werden Quellen und Sekundärliteratur bibliographisch und dokumentarisch erschlossen.

Aufgabengebiet:

  • Systematisierung und Schlagwortvergabe für Titelaufnahmen der „Bibliographie des Musikschrifttums“ (BMS)
  • wissenschaftliche Pflege und Weiterentwicklung der inhaltlichen Erschließung der BMS nach musik- und informationswissenschaftlichen Kriterien in Zusammenarbeit mit den Normdatenredaktionen und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (GBV)
  • konzeptionelle und redaktionelle Mitarbeit an den wissenschaftlichen Nachweisdatenbanken des Staatlichen Instituts für Musikforschung
  • Pflege der laufenden Korrespondenz mit den Autorinnen und Autoren der BMS
  • Planung, Organisation und Durchführung von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit für die NutzerInnen der BMS durch Erstellung von Schulungsmaterial in Text- und Videoformaten

 

Anforderungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Magister oder vergleichbare Qualifikation) im Fach Musikwissenschaft
  • abgeschlossene Ausbildung für den höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienst oder abgeschlossene Zusatzausbildung in einem bibliotheks-, informations- oder dokumentationswissenschaftlichen Studiengang
  • sehr gute, nachgewiesene IT-Kenntnisse (Büroanwendungen, Anwendungen im Bereich Information und Dokumentation)
  • Erfahrungen in der IT-gestützten Informationsbeschaffung
  • sehr gute Englisch-Kenntnisse
  • Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache
  • sehr gute Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift
  • Fähigkeit zum konzeptionellen Arbeiten

 

Erwünscht:

  • einschlägige Berufserfahrung

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz begrüßt Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten. Als interdisziplinäre Kultur- und Forschungseinrichtung bietet die SPK familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gewährleistet die Gleichstellung von Frauen und Männern. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen werden unter Angabe der Kennziffer
SIM-1-2017 bis zum 30.08.2017 erbeten an:

Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Personalabteilung, Sachgebiet I2f, Von-der-Heydt-Str. 16-18, 10785 Berlin

Von Bewerbungen in elektronischer Form bitten wir abzusehen. Bewerbungen können grundsätzlich nur zurückgesandt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beiliegt.

Ansprechpartnerin für Fragen zum Aufgabengebiet: Herr Schmidt (Tel.: 030 – 25481-140)

Ansprechpartnerin für Fragen zum Bewerbungsverfahren: Frau Hommen (Tel.: 030 – 266 41 1760)

AP-Nr.: 1480

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Stilgeschichte als Problem. Über die prinzpielle Unmöglichkeit einer digitalen historischen Musikwissenschaft


Am 18./19. November 2016 fand an der Universität Tübingen die International Winterschool „Digital Musicology – Digitalisierung in der Musikwissenschaft“ statt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Morent und Prof. Dr. Thomas Schipperges in Verbindung mit Prof. Dr. Rainer Bayreuther, Präsident der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V., und Dr. Matthias Lang, eScience-Center Universität Tübingen. Die Winterschool wurde durch die DFG im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen gefördert (Zukunftskonzept ZUK 63). Vor kurzem ist der Tagungsband erschienen. Dort ist u.a. eine Ausarbeitung des Vortrags von Dr. Reiner Nägele enthalten mit dem Titel „Stilgeschichte als Problem. Über die prinzipielle Unmöglichkeit einer digitalen historischen Musikwissenschaft“, siehe

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-766737

Inhaltszusammenfassung dieses Beitrages:

Im Rahmen des seit 2014 von der DFG geförderten Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ an der Bayerischen Staatsbibliothek ist zu beobachten, dass die beratenden Vertreter der systematischen und musikethnologischen Disziplinen von Anbeginn an ein großes Interesse zeigten, dieses aktiv mitzugestalten. Die Musikhistoriker dagegen tun sich bis heute schwer, die DH-spezifischen Förderrichtlinien innovativ fruchtbar zu machen. Die offensichtliche Scheu vor einer konsequent umgesetzten DH-Strategie verweist auf ein grundsätzliches Problem unserer kompositionsgeschichtlich orientierten Disziplin. Eine Abkehr vom Postulat „Kunsterfahrung ist Wahrheitserfahrung“, also ein Bruch mit der hermeneutischen Ontologie, würde nämlich bedeuten, die Historische Musikwissenschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern.

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Informationen zum FID Musikwissenschaft auf Webis-Seite


Die an der SUB Hamburg gehostete Webis-Seite enthält Informationen über die Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken. Dort werden die verschiedenen Fachinformationsdienste für die Wissenschaft beschrieben sowie deren Vorgänger, die Sondersammelgebiete.

Webis_Logo

Seit heute sind auf der Webis-Seite auch Informationen zum Fachinformationsdienst Musikwissenschaft aufgeführt, der seit 2014 mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Bayerischen Staatsbibliothek aufgebaut wird. Zu Beginn der 2. Projektphase Anfang 2017 ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden als Projektpartner zum FID Musikwissenschaft dazugestoßen.

Jürgen Diet, Projektkoordinator des FID Musikwissenschaft an der Bayerischen Staatsbibliothek

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