Die „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ des Répertoire International d’Iconographie Musicale in Deutschland

Seit 1979 katalogisiert die Münchner Arbeitsstelle des Répertoire International d’Iconographie Musicale (RIdIM) Darstellungen zu Musik und Tanz auf Kunstwerken (Gemälde, Fotografie, Graphik, Skulptur) und kunsthandwerklichen Objekten aller Epochen im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Hierzu gehören antike Terrakotten, mittelalterlicher Buchschmuck, Gemälde von Jan Vermeer oder Ernst Ludwig Kirchner und Zeichnungen von Johann Jakob von Sandrart, aber auch Spielkarten, Porzellanobjekte und Möbel.

Balken_RIdIM_DBDie Münchner Arbeitsstelle gehört als deutsche Ländergruppe zum Verbund der 1971 von Vertretern des International Council of Museums (ICOM), der International Musicological Society (IMS) und der Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux (AIBM) gegründeten Association Répertoire International d’Iconographie Musicale, und sie steht, wie der Dachverband, unter dem Patronat der Gründer. Die Münchner Arbeitsstelle ist an die RISM-Arbeitsstelle in München angeschlossen und wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gefördert.

In den Anfangsjahren katalogisierte die Münchner RIdIM-Arbeitsstelle auf Karteikarten, bevor 1989 die Umstellung auf die computergestützte Erfassung erfolgte. Seit Dezember 2007 steht die Datenbank – zunächst im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (ViFa Musik) an der Bayerischen Staatsbibliothek –  der Öffentlichkeit online zur Verfügung. Das umfangreiche Datenmaterial der „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ umfasst mittlerweile Beschreibungen zu ca. 14.000 Objekten und ca. 3.100 Bilder und ist unter der Internetadresse www.ridim-deutschland.de abrufbar; hier finden sich auch nähere Informationen zum Projekt „RIdIM“. Weitere ca. 6.000 Datensätze liegen noch auf Karteikarten vor und werden laufend in den digitalen Datenbestand eingearbeitet.

Die „Datenbank zu Musik und Tanz in der Kunst“ bietet zwei Möglichkeiten zur Abfrage an:

1) eine einzeilige Basissuche mit der Eingabe freier Begriffe mit einer „oder“-Verknüpfung: Bei der Eingabe von „Laute“ und „Vermeer, Jan“ werden alle Datensätze angezeigt, die entweder „Laute“ oder „Vermeer, Jan“ oder auch beides enthalten;

2) die erweiterte Suche nach bestimmten Parametern wie
-RIdIM-Sigel (Kürzel aus Ort, Institution und laufender Nummer),
-Grundangaben zu den Kunstwerken: Künstler/Autor, (Objekt-)Titel, Werkstatt, Entstehungsort/-land, Datierung (mit Zeitraumsuche), weiterhin Angaben zu Kunstgattung, Art, Technik und Material,
-Musikinstrumente,
-Ikonographie: Bildthemen (Auswahlliste), Portraitnamen/Personen, lokaler Bezug (dargestellte Orte), (musikalische) Komposition, (historisches) Ereignis,
-Institutionen ( Sammlungen, die das jeweilige Objekt besitzen bzw. verwalten),
-Inventarnummer,
-Literatur.
Alphabetisch sortierte Auswahllisten erleichtern die Recherche von Künstlern, Kunstgattung, Musikinstrumenten, Bildthemen (Ikonographie) und Institutionen. Jeweils drei Wiederholungsfelder für Musikinstrumente und Bildthemen unterstützen die gezielte Suche nach bestimmten instrumentalen Besetzungen und nach ikonographischen Zusammenstellungen. Die Suchbegriffe werden hier verknüpft mit „und“: Bei der Eingabe von zum Beispiel „Beham, Hans Sebald“ im Feld „Künstler“, „Laute“ und „Querflöte“ in den Feldern „Musikinstrument“ und „Liebespaar“ im Feld „Bildthemen“ erscheinen nur Datensätze, die alle angegebenen Begriffe beinhalten.

Das Ergebnis einer Suchanfrage wird in einer Kurztrefferliste ausgegeben, von der aus ein Mausklick die Einzeltrefferanzeige und damit das vollständige Datenblatt öffnet. Hier besteht auch die Möglichkeit, zu den hinterlegten Normdatensätzen mit Informationen zu Künstler und Literatur zu springen.

Die Arbeit von RIdIM versteht sich als ein „work in progress“. So befinden sich derzeit die hierarchische Verknüpfung mehrteiliger Datensätze und die Anbindung der Normtabellen für Ikonographie, Institution und Musikinstrumente in Vorbereitung. Durch die regelmäßige Einspielung neuer Katalogdaten und weiteren Bildmaterials wird der online recherchierbare Bestand kontinuierlich erweitert. Die Rubrik „Aktuelles“ auf der Website von RIdIM Deutschland informiert über die Neuerungen an Datenbank und im Datenbestand.

Dr. Dagmar Schnell (RIdIM / Arbeitsstelle München)

RIdIM_Logo

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