Digitalisierung der Zeitschrift „Die Grenzboten“

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Das Portal „Digitale Sammlungen“ der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen bietet die vollständige digitale Version der Zeitschrift „Die Grenzboten“. Die digitalen „Grenzboten“ sind online frei zugänglich unter http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten. Die Zeitschrift beinhaltet zahlreiche Einträge zur musikwissenschaftlich und –historisch relevanten Beiträgen und soll zeitnah in der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaften verlinkt werden.

Die zwischen 1841 und 1922 wöchentlich, zeitweise zweiwöchentlich erschienene nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ hatte das Ziel, die gesamte bürgerliche Lebenswelt abzubilden. Herausgegeben zunächst von ihrem Gründer Ignaz Kuranda, wechselte die Herausgeberschaft im Laufe der Zeit. Ab 1848 waren Gustav Freytag und Julian Schmidt ihre Herausgeber, Johannes Grunow und Gustav Wustmann sind für die spätere Zeit zu erwähnen.

Ab 1871 gibt der Untertitel über die Inhalte zutreffend Auskunft: „Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst“. Beiträge aus Politik und Geschichte über Wirtschaft bis hin zu schöngeistigen Themen aus Kunst, Musik und Literatur zeigen die immense Themenvielfalt der Zeitschrift, die das bürgerliche Leben im langen 19. Jahrhundert durch eine politisch und kulturell wechselhafte Zeit begleitete.

Als eines der bedeutendsten Periodika des Jahrhunderts sind die „Grenzboten“ eine herausragende Quelle für Geschichtswissenschaft, Germanistik, Kulturwissenschaften (bspw. Literatur-, Kunstgeschichte), Pressegeschichte und weitere Fachwissenschaften. Auch zahlreiche Beiträge zur Musikwissenschaft und –geschichte sind enthalten. Einige Beispiele: Gleich im Ersten Jahrgang 1841 findet sich ein Beitrag mit dem Titel „Musikalische Charakteristiken: Karl Maria von Weber“, im darauffolgenden Band findet sich unter der Überschrift „Musikalischer Salon“ die Rezension einer Aufführung des „Stabat Mater“ von Rossini. Jahre später wird über die „Entstehung des Freischütztextes“ (Gustav Wurstmann) berichtet oder über das Leben Mozarts sinniert. Zahlreiche Rezensionen sind vorhanden, so wird nahezu jede Oper Wagners besprochen. Die „Grenzboten“ wollten einerseits das aktuelle Leben in der Musik wiedergeben. Andererseits zeigte die Zeitschrift so ihren Anspruch, auch über das Tagesgeschehen hinaus die Musikwelt zu reflektieren und ihrem bürgerlichen Publikum nahezubringen.

Die Zeitschrift „Die Grenzboten“ mit einem Gesamtvolumen von ca. 270 Bänden und ca. 187.000 Seiten wurde zwischen November 2011 und April 2013 in der SuUB Bremen im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts digitalisiert und in Struktur und Volltext erschlossen. Im Rahmen einer umfangreichen Bestandslückenergänzung wurden Lücken in den Beständen bis hin zu fehlenden Seiten geschlossen, so dass die Grenzboten jetzt in Bremen so vollständig wie in keiner anderen Bibliothek in digitaler Form vorliegen. Die Zeitschrift ist komplett im Volltext erschlossen, nicht nur Titel- und Strukturdaten, sondern der gesamte Text ist somit durchsuchbar. – Weitere Projektinformationen finden Sie unter http://www.suub.uni-bremen.de/ueber-uns/projekte/grenzboten/.

Kontakt: Dr. Maria Hermes, hermes@suub.uni-bremen.de, 0421/21859418

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