Neuer Blick auf die Kirchenmusik – Deutsches Musikinformationszentrum veröffentlicht Informationsportal zum kirchenmusikalischen Leben in Deutschland


Kaum ein anderer musikalischer Bereich ist so vielfältig und dadurch so schwer zu überblicken wie die Kirchenmusik. Zwischen Laienorientierung und hoher Professionalisierung dient sie nicht nur der Liturgie, sondern schlägt mit ihren zahlreichen Aktivitäten im Konzertleben eine Brücke in die Gesellschaft. Mit einem neuen Informationsportal zum Thema „Kirchenmusik – Musik in Religionen“ legt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, erstmals ein Angebot vor, das umfassend und systematisch über die aktuelle Situation des kirchenmusikalischen Lebens in Deutschland informiert. Über die Kirchenmusik in der evangelischen und katholischen Kirche hinaus wird dabei auch die Musik in anderen Glaubensgemeinschaften in den Blick genommen.

Von der Musik im Gottesdienst und der Orgel als ihrem zentralen Instrument, dem kirchlichen Amateurmusizieren und der geistlichen Musik im Konzert über die Ausbildung und Berufspraxis von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern bis hin zur Musik in den orthodoxen Kirchen, im Judentum und im Islam – das neue Informationsportal des MIZ beleuchtet die Bedeutung der Musik im religiösen Leben in all ihren unterschiedlichen Facetten. In Fachbeiträgen beschreibt und untersucht das MIZ Strukturen, Ausprägungen und Entwicklungen innerhalb der einzelnen Themengebiete und liefert unter Einbeziehung aktueller statistischer Daten und Fakten eine umfassende Bestandsaufnahme.

„Kirchenmusik ist nicht nur Teil der kirchlichen Verkündigung, sie prägt darüber hinaus in hohem Maße unsere Bildungs- und Kulturlandschaft. Mit seinem neuen Angebot verfolgt das MIZ daher das Ziel, die Musik und die Musikpraxis der großen in Deutschland vertretenen Religionen in ihrer gesamten Bandbreite abzubilden und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu unterstreichen“, so Professor Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrats. Dass die Kirchenmusik mit ihrem reichen Erbe eine der tragenden Säulen unseres kulturellen Lebens bildet, zeigt die aktuelle Situation deutlich: Mehr als 900.000 Menschen in Deutschland sind derzeit in 36.000 vokalen und 15.000 instrumentalen Ensembles der Kirchen aktiv. Über 3.300 hauptberufliche Kantorinnen und Kantoren erfüllen neben dem Dienst an der Orgel eine große Vielfalt an künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Aufgaben. Darüber hinaus sind schätzungsweise etwa neun Mal so viele neben- und ehrenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker beschäftigt, die das musikalische Leben in den Gemeinden wesentlich gestalten. Mit mehr als 66.000 kirchenmusikalischen Veranstaltungen jährlich erreicht allein die evangelische Kirche, die hierfür Zahlen ausweist, über sieben Millionen Zuhörer und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Musikleben in Deutschland, vor allem auch in ländlichen Regionen.

„Ein besonderes Anliegen des MIZ war es, den Blick über den traditionellen Themenkreis der Kirchenmusik hinaus zu weiten und auch die Musik anderer Glaubensgemeinschaften zu beleuchten“, erläutert der Leiter des MIZ Stephan Schulmeistrat. „Durch die Einbeziehung der Musik in den orthodoxen Kirchen, im Judentum und im Islam trägt das neue Informationsportal zum einen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation Rechnung, zum anderen reagiert es auf die Tatsache, dass das Interesse an der Musik anderer Religionen zunehmend steigt. Dies beobachten wir beispielsweise in den Programmen zahlreicher Festivals, in denen Genreüberschreitungen und interreligiöse wie interkonfessionelle Dramaturgien immer größeren Raum einnehmen.“

Über die themenbezogenen Fachbeiträge und Statistiken hinaus stellt das MIZ topographische Darstellungen zur Verfügung, z. B. zum kirchlichen Amateurmusizieren, zu Ausbildungsstätten oder zum Orgelbau. Eine umfangreiche Zusammenstellung von grundlegenden Informationen zu Arbeitsinhalten und Aufgabenfeldern von Institutionen und Einrichtungen – darunter Verbände, Forschungseinrichtungen und Archive, aber auch Wettbewerbe, Preise, Festivals mit kirchenmusikalischem Schwerpunkt sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen u.v.m. – gibt einen umfassenden Überblick über infrastrukturelle Aspekte der Kirchenmusik. Ergänzt wird das Portal durch Informationsangebote zu Studien, Positionspapieren, Stellungnahmen und kulturpolitischen Dokumenten sowie durch Literaturempfehlungen, weiterführende Quellen im Internet und tagesaktuelle Nachrichten.

Zu erreichen ist das neue Informationsportal des MIZ unter http://themen.miz.org/kirchenmusik. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Professor Monika Grütters.

Über das MIZ:
Unter dem Dach des Deutschen Musikrats erfasst und dokumentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) Strukturen und Entwicklungen der Musikkultur. Das Spektrum reicht dabei von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die Musikförderung und die professionelle Musikausübung bis zu den Medien und der Musikwirtschaft. Gefördert wird das MIZ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Bonn sowie von privater Seite durch die GEMA und die GVL.

Pressekontakt:
Stephan Schulmeistrat, Projektleitung Deutsches Musikinformationszentrum
Stephan Schwarz-Peters, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Deutscher Musikrat gGmbH * Weberstr. 59 * 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 2091-180 * Fax: 0228 / 2091-280 * Mail: info@miz.org * www.miz.org

Geschäftsführer: Norbert Pietrangeli, Dr. Benedikt Holtbernd
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Prof. Martin Maria Krüger
Sitz der Gesellschaft: Bonn
Amtsgericht Bonn
HRB 12672

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Call for Papers für die AIBM-Jahrestagung 2017 in Münster


Vom 5. bis 8. September 2017 findet die Jahrestagung der deutschen AIBM-Ländergruppe an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster statt.

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Die Tagung soll verschiedene Themen mit musikbibliothekarischer Relevanz behandeln, u.a.

  • Erschließungs- und Präsentationsformen für physische bzw. digitale Musikbibliotheksbestände
  • Digitale Noteneditionen
  • Vermittlung von Informationskompetenz und Recherche-Technik
  • urheberrechtliche Fragestellungen
  • Musik-Streaming-Dienste in Musikbibliotheken
  • Musik-Apps
  • aktuelle Projekte in Musikbibliotheken

Wenn Sie einen Vortragsvorschlag haben, dann schicken Sie bitte den Titel und einen kurzen Abstract (max. 1.500 Zeichen) in elektronischer Form bis zum 31. Januar 2017 an aibm-vorstand@aibm.info.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Katharina Talkner
Sekretärin AIBM Deutschland
c/o Hochschule für Musik und Theater Hannover
Emmichplatz 1
30175 Hannover
sekretaerin@aibm.info

Für die Vorträge sind in der Regel 30 Minuten (incl. 5 Minuten Diskussion) vorgesehen. Über reges Interesse würden wir uns freuen.

In den folgenden Wochen werden weitere Informationen zur AIBM-Tagung 2017 auf der Tagungswebseite veröffentlicht werden: http://www.aibm.info/tagungen/2017-muenster/

Für einzelne Vorträge besteht die Möglichkeit, eine schriftliche Ausarbeitung des Vortrags in der Zeitschrift „Forum Musikbibliothek“ zu veröffentlichen, siehe http://www.aibm.info/publikationen/forum-musikbibliothek.

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Bayerische Staatsbibliothek startet Projekt zur automatischen Erkennung von Musiknoten


Im Rahmen ihrer umfassenden Digitalisierungsstrategie startet die Bayerische Staatsbibliothek ein zwölfmonatiges Projekt im Bereich Optical Music Recognition (OMR). Als eine der ersten Einrichtungen weltweit plant die Bayerische Staatsbibliothek den institutionellen Einsatz von OMR-Programmen als Basis für eine wissenschaftliche Volltext-Suche in historischen Musik-Quellen.

In einer ersten Phase wird getestet, welche OMR-Programme für die digitalisierten Notendrucke der Bayerischen Staatsbibliothek gute Ergebnisse liefern. Anschließend konzipiert und entwickelt das Projekt-Team Anwendungen, die auf den OMR-Ergebnissen aufsetzen. Eine mögliche Anwendung ist die inhaltsbasierte Suche in den digitalisierten Notendrucken wie z.B. die Suche nach einer bestimmten Melodie, einer Harmoniefolge oder einem Rhythmus.

Die inhaltliche Erschließung der textbasierten Digitalisate ist durch den bereits realisierten großflächigen OCR-Einsatz („Optical Character Recognition“) in der Bayerischen Staatsbibliothek fortgeschritten. Die Volltext-Erkennung ist in den Digitalisierungs-Workflow integriert und schafft damit die Voraussetzung für die Volltext-Suche in den digitalisierten Büchern und Zeitschriften. Analog zur Texterkennung sollen nun auch bei digitalisierten Notendrucken und gut lesbaren Musikhandschriften aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek Programme zur Notenerkennung zum Einsatz kommen. Dabei werden sowohl kommerzielle OMR-Programme als auch freie OMR-Programme getestet. Es ist geplant, die OMR-Daten sowohl als Forschungsdaten im Open Access zur Verfügung zu stellen als auch mit diesen Daten eigene Anwendungen zu entwickeln, z.B. eine Melodiesuche in den digitalisierten Notendrucken und Musikhandschriften.

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Call for Papers: „Neue Forschungsgegenstände und Methoden? Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert“


  1. Allgemeine Informationen

Im Rahmen der  DFG-geförderten Symposienreihe Digitalität in den Geisteswissenschaften findet  am 23. und 24. März 2017 unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Huber, Prof. Dr. Sybille Krämer und Prof. Dr. Claus Pias ein Workshop zum Thema „Neue Forschungsgegenstände und Methoden? Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert“ an der Universität Bayreuth statt.  Nach dem ersten Symposium im Mai 2016, das dem Status Quo der Digitalität in den einzelnen Fächern der Geisteswissenschaften gewidmet war (Ergebnisse unter digigeist.hypotheses.org), stellt der Workshop anhand von konkreten Beispielen die Frage, wie sich Digitalität auf das Wissen und die Forschungsgegenstände der einzelnen Disziplinen auswirkt.

  • Welche grundlegenden epistemologischen und methodologischen Veränderungen bringen digitale Forschungsstrukturen mit sich?
  • Was sind überhaupt digitale Projekte?
  • Was können die ‚großen‘ geisteswissenschaftlichen Fächer von den kleineren Fächern mit hohem Digitalisierungsgrad lernen?
  • Wie verändert die Digitalisierung Forschungsgegenstände, Forschung und Selbstverständnisse in den Geisteswissenschaften? Wie gestaltet sich das Verhältnis von neuen Perspektiven und Erweiterungen zu möglichen Rückschritten und Konflikten durch unterkomplexe,  aber durch die Digitalisierung nobilitierte Fragestellungen?
  • Wie lassen sich hermeneutische Zugänge mit digitalen Verfahren verbinden? Können sich automatische quantitative Analyseverfahren und qualitative Analyseverfahren überhaupt ergänzen? Welche Brücken lassen sich schlagen? Welchen Mehrwert verspricht die digitale Aufbereitung und Analyse des Materials? Wie kann das ‚Neue‘ an Forschungsergebnissen, die allein mit digitalen Verfahren zu gewinnen sind, beschrieben und erklärt werden?

Der Workshop richtet sich insbesondere an Forscherinnen und Forscher,  die praktische Erfahrungen durch eigene Projekte  haben.

Nicht zuletzt möchte der Workshop dazu beitragen, gemeinsame disziplinenübergreifende Grundlagen  für die Zusammenarbeit zwischen den digitalen und nicht-digitalen Forschungskulturen sichtbar zu machen.

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  1. Bewerbung

Bitte bewerben Sie sich mit einer Skizze  in der Länge von max.  1000 Wörtern (sowie einem CV) bis zum 3. Oktober 2016 per Mail an digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de. Das Papier sollte knapp das Forschungsprojekt skizzieren  und darauf bezogene Thesen zur Fragestellung des Workshops formulieren.

Insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sind eingeladen, ihre Forschungsprojekte vorzustellen.

  1. Kontakt

Für weitere Informationen steht Julia Menzel  gerne zur Verfügung:

Digitalität in den Geisteswissenschaften
Geschäftsstelle
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Julia Menzel, M.A.
GW I, Zi. 0.14
95447 Bayreuth

Tel.: 0921/55-3629
digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de

Bitte beachten Sie auch unsere Website: digitalitaet-geisteswissenschaften.de sowie
den Online-Tagungsband zum ersten Symposium: digigeist.hypotheses.org.

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Neue Darstellung der Suchergebnisse in der ViFaMusik durch gemischte Trefferliste


Anfang August 2016 wurde die Trefferliste in der ViFaMusik umgestellt. Bisher wurden die nach einer ViFaMusik-Suche gefundenen Datensätze pro Datenquelle sortiert, d.h. dass jeweils die ersten 10 gefundenen Datensätze aus jeder Datenquelle hintereinander angezeigt wurden. Inzwischen haben wir auf eine gemeinsame Trefferliste umgestellt. Alle gefundenen Datensätze aus den derzeit 16 eingebundenen Datenquellen werden anhand eines Relevanz-Rankings sortiert. Die Filterung auf die Treffer aus einer bestimmten Datenquelle ist durch die entsprechende Auswahl des Filters „Datenquelle/Institution“ möglich. Die folgende Abbildung zeigt die ersten Treffer bei einer Suche in der ViFaMusik nach der Komponistin „Tailleferre, Germaine“.

Screenshot_gemischte_Trefferliste

Das Relevanz-Ranking setzt sich aktuell aus folgenden Komponenten zusammen:

  •  Die Dokumente werden danach gerankt, wie oft ein Such-Term im Dokument vorkommt und wie häufig im gesamten Dokumentbestand. Kommt er im gesamten Dokumentenbestand seltener vor, ist er wichtiger und das entsprechende Dokument wird höher gerankt. Der Fachbegriff hierfür ist das Produkt aus TF=term frequency und IDF=inverse document frequency.
  • Außerdem spielt für das Ranking eine Rolle, in welchem Feld der Term oder die Phrase vorkommt (field boosting). So wird das Vorkommen im Titel-, Autor- und Subject-Feld höher gewichtet als etwa im Volltext.
  • Überdies werden Dokumente mit neuerem Erscheinungsdatum (freshness) höher gerankt.

Standardmäßig wird die Trefferliste nach Relevanz sortiert. Der Benutzer kann aber auch eine Sortierung nach Jahr, Titel oder Autor (jeweils absteigend oder aufsteigend) vornehmen.

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Bayerische Staatsbibliothek engagiert sich bei internationalen Projekten zum Nachweis von musikalischen und musikikonografischen Quellen


Im ersten Halbjahr 2016 hat die Bayerische Staatsbibliothek zwei Kooperationsverträge unterzeichnet, durch die sie ihr Engagement bei den beiden internationalen Projekten RISM und RIdIM weiter ausbaut. RISM steht für „Répertoire International des Sources Musicales“ und bezeichnet ein internationales Vorhaben zur Erschließung von musikalischen Quellen wie Musikhandschriften und Musikdrucke, siehe www.rism.info. Im RIdIM-Projekt (Répertoire International d’Iconographie Musicale) geht es um die Erschließung von Musik- und Tanzdarstellungen im Bereich der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks. Die Bayerische Staatsbibliothek liefert somit für RISM und RIdIM einen wichtigen Beitrag bei der Erstellung, langfristigen Bereitstellung und Sicherung von internationalen musikwissenschaftlichen Forschungsdaten.

Bayerische Staatsbibliothek, Muenchen

Foto: Bay. Staatsbibliothek, HRSchulz

Im RISM-Vertrag, der zwischen dem Verein Internationales Quellenlexikon der Musik e.V., der Staatsbibliothek zu Berlin und der Bayerischen Staatsbibliothek abgeschlossen wurde, verpflichtet sich die Staatsbibliothek zu Berlin, das Hosting des neuen RISM-Erschließungssystem Muscat zu übernehmen. Muscat wird Ende 2016 das bisherige Erschließungssystem Kallisto ablösen, das auch schon in Berlin gehostet wird. Die Bayerische Staatsbibliothek hat sich dazu verpflichtet, das Präsentationssystem für die RISM-Daten (RISM-OPAC) weiterhin zu hosten und auch weiter zu entwickeln. Der RISM-OPAC (http://opac.rism.info) wurde 2008 in einem gemeinsamen Projekt zwischen RISM, der Staatsbibliothek zu Berlin und der Bayerischen Staatsbibliothek konzipiert. Die Implementierung und das Hosting des RISM-OPAC liegt in den Händen der Bayerischen Staatsbibliothek, die hierfür sowohl eigene als auch Drittmittel aus den Projekten „Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft“ und „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ eingesetzt hat und weiterhin einsetzen wird. Derzeit bietet der RISM-OPAC die Suche in und den Zugriff auf ca. 1,05 Mio Datensätze, die Musikhandschriften und Notendrucke beschreiben, mit einem jährlichen Zuwachs von ca. 25.000 Datensätzen. Alle Datensätze des RISM-OPAC werden als Linked Open Data im RDF-Format und als Open Data im MARC-XML-Format bereitgestellt.

Der zwischen der Association RIdIM, der RISM-Arbeitsgruppe Deutschland und der Bayerischen Staatsbibliothek abgeschlossene RIdIM-Vertrag regelt die regelmäßige Weitergabe der deutschen RIdIM-Daten an die internationale RIdIM-Datenbank (http://db.ridim.org/). Die an der Bayerischen Staatsbibliothek angesiedelte und von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften in Mainz geförderte deutsche RIdIM-Arbeitsstelle erschließt seit 1979 musikikonografische Quellen, die seit 2007 in einer online bereitgestellten Datenbank recherchierbar sind: www.ridim-deutschland.de. Derzeit enthält die deutsche RIdIM-Datenbank ca. 18.000 Datensätze zu musikikonografischen Darstellungen in deutschen Museen und Bibliotheken. Durch Einspielung der deutschen RIdIM-Daten in die internationale RIdIM-Datenbank wird die Sichtbarkeit dieser Daten deutlich erhöht.

Ansprechpartner:

Projektleitung / fachliche Fragen:

Jürgen Diet
Bayerische Staatsbibliothek
Musikabteilung
Ludwigstr. 16
80539 München
Tel.: 089/28638-2350
Email: juergen.diet@bsb-muenchen.de

Presse und Öffentlichkeitsarbeit:

Peter Schnitzlein
Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16, 80539 München
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089/28 638-2429
E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

Bayerische Staatsbibliothek

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Logo_RIdIM

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FUX ONLINE – Eine neue Website für den Barockkomponisten Johann Joseph Fux


Das neue Portal www.fux-online.at bietet umfassendes Wissen zu Johann Joseph Fux (ca. 1660–1741), dem bedeutendsten österreichischen Barockkomponisten. Wissenschaftlich fundierte Informationen zu Biographie, Werk und Editionen werden hier erstmals gebündelt präsentiert. Die Website erleichtert Wissenschaftler/innen, Musiker/innen und der interessierten Öffentlichkeit die Orientierung in der sehr disparaten Forschungslandschaft zu Fux sowie in seinem umfangreichen kompositorischen Œuvre, das bislang noch nicht vollständig mit einheitlicher Systematik erfasst ist.

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Werke

Neben einer auf dem neuesten Forschungsstand basierenden Biographie gibt Fux-online auch einen Überblick über das reichhaltige Schaffen des kaiserlichen Hofkapellmeisters. Eine regelmäßig aktualisierte Linkliste zu Digitalisaten, die unter anderem von der Österreichischen Nationalbibliothek, der Staatsbibliothek zu Berlin oder der Sächsischen Landesbibliothek angeboten werden, erlaubt direkte Einblicke in die zeitgenössischen Quellen, die Autographe, Abschriften, Drucke, Theoriewerke, Libretti und Bildquellen umfassen. Mehrfachüberlieferungen werden unter dem Werktitel zusammengefasst; gegebenenfalls in den Quellen nicht genau bezeichnete Werke wurden identifiziert und sind nun unter den standardisierten Werkverzeichnisnummern aufzufinden. Dadurch wird der Überblick über das bislang nur über die jeweiligen Bibliothekskataloge recherchierbare Angebot an digitalen Quellen wesentlich erleichtert. Ein Werkkatalog in Form einer Datenbank, die eine schnelle Recherche nach Werkverzeichnisnummern und Titeln ermöglicht, ist in Arbeit. Für die Musikpraxis relevante Angaben von Tonarten, Besetzung und Editionen werden ebenfalls verzeichnet. Die Freischaltung der Datenbank erfolgt voraussichtlich im Herbst 2016.

Werkausgabe

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die am Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erarbeitete historisch-kritische Ausgabe Johann Joseph Fux – Werke: Auf Fux-online können der aktuelle Stand der Editionsarbeiten, die Bandplanung sowie eine Kurzfassung der Editionsrichtlinien eingesehen werden. Addenda und Corrigenda zu bereits gedruckten Bänden stehen hier zuverlässig zur Verfügung. In Zukunft wird aufführungspraktisches Material (Stimmen) auf Fux-online open access zum Download angeboten. Da das Gesamtwerk von Fux nach wie vor nicht vollständig ediert ist, bietet eine Zusammenstellung wissenschaftlicher wie praktischer Ausgaben einen Überblick über bereits publizierte Werke und erleichtert somit vor allem der Musikpraxis die Suche nach verfügbarem Repertoire.

Forschung

Diese Rubrik gibt Einblick in die Arbeit der Fux-Forscher/innen am IKM und berichtet zeitnah über neue Erkenntnisse, Quellenfunde sowie Fux-bezogenen Veranstaltungen. Eine allgemeine Fux-Bibliographie mit relevanter Forschungsliteratur befindet sich im Aufbau.

Johann Joseph Fux galt vor allem aufgrund seines einflussreichen Kompositionstraktats Gradus ad Parnassum (Wien 1725) als bedeutender Musiktheoretiker, von dem bis ins 20. Jahrhundert nur sehr wenige geistliche Kompositionen im historisierenden stile antico bekannt waren. Für seine Zeitgenossen hingegen war Fux ein produktiver Komponist, der über 600 Werke in allen gängigen Gattungen und Stilen schuf. Der neue Webauftritt Fux-online präsentiert Fux in allen Facetten und will zur eingehenden wissenschaftlichen wie praktischen Beschäftigung mit seinen Kompositionen anregen.

Die Fux-Mitarbeiter/innen freuen sich über weitere Hinweise zu Fux, Quellenfunden und Digitalisaten sowie über Ergänzungen und Corrigenda. Kontakt: info@fux-online.at

Kontakt:
Ramona Hocker und Alexander Rausch
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen
Abteilung Musikwissenschaft
Tel. 0043-1-51581-3706
Ramona.Hocker@oeaw.ac.at
Alexander.Rausch@oeaw.ac.at

www.oeaw.ac.at/ikm
www.fux-online.at

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